Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Erfolg wird wesentlich vom Erkennen von Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit und einem bewussten Umgang mit diesen beeinflusst. Ziel des Managementsystems ist es, Chancen und Risiken zu erkennen und ihrer Ausprägung gemäß angemessen in den strategischen und operativen Entscheidungen zu berücksichtigen, um die langfristige Sicherung des Unternehmens und dessen erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft zu unterstützen. Risiken ebenso wie Chancen werden als negative bzw. positive Abweichung vom geplanten Ergebnis verstanden.

Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken.

Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet aber auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es dient jedoch dazu, mit hinreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.

Strukturelle Grundlagen

Die Grundsätze unseres Chancen- und Risikomanagementsystems sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Das Managementsystem, das dem Rahmenkonzept des Enterprise Risk Management gemäß dem COSO-Modell folgt, besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen, die in die betrieblichen Prozesse durch die Aufbau- und Ablauforganisation, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards eingebunden sind.

Das System folgt dem Integrationskonzept, d. h., die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation. Der Umgang mit Chancen und Risiken ist daher originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. In diesem Sinn basiert unser Chancen- und Risikomanagement auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten in der Organisation sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen an den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten. Chancen und Risiken werden bei uns in verschiedenen Ausschüssen und Sitzungen erörtert und überwacht.

Rollen wesentlicher Organisationseinheiten

Bei LANXESS betreiben die Business Units das operative Geschäft mit globaler Ergebnisverantwortung. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, für

  • die Identifikation und Bewertung von Risiken und Chancen,
  • die Vorbeugung (Maßnahmen zur Risikovermeidung, -minderung oder -diversifikation),
  • die Überwachung von Risiken (z. B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren),
  • die Vorsorge (Maßnahmen zur Schadensminimierung im Ereignisfall) und
  • die Kommunikation der wesentlichen Risiken und Chancen in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche

definiert.

Die Group Function Corporate Controlling verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation der maßgeblichen Informationen in den nachfolgend dargestellten Zyklen:

  • zweimal jährlich im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses für das laufende Geschäftsjahr 
  • einmal jährlich im Rahmen des Budget- und Planungsprozesses für das Folgejahr sowie den mittelfristigen Prognosezeitraum

Die berichteten Chancen und Risiken werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und regelmäßig für den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde, bestehende Chancen und Risiken zeitnah bis hin zum Vorstand kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.

Als Meldeuntergrenze für Chancen und Risiken gilt eine Auswirkung auf das Konzernergebnis oder EBITDA von 1 Mio. € unter Berücksichtigung einer Mindesteintrittswahrscheinlichkeit. Diese niedrige Meldeuntergrenze bedingt, dass Chancen und Risiken umfassend erhoben werden. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt. Die Wesentlichkeitsgrenze hierfür beträgt konzernweit 10 Mio. €.

Die Group Function Corporate Development analysiert und bewertet systematisch bedeutende und strategische Chancen und Risiken mit dem Ziel, den Konzern langfristig richtig auszurichten.

Die Group Function Treasury steuert zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen). Dies wird im Abschnitt zu den Risiken der künftigen Entwicklung im Detail erläutert.

Aufgrund der hohen Integration der allgemeinen Geschäftsprozesse existieren themenbezogene Gremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit den Chancen und Risiken des Konzerns beschäftigen. Das versetzt uns in die Lage, schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse zu reagieren.

Bedeutung des konzernweiten Planungsprozesses

Die Unternehmensplanung ist ein wesentliches Kernelement unseres Chancen- und Risikomanagements. Chancen und Risiken mit einer Wahrscheinlichkeit größer als die vorgegebene Mindestwahrscheinlichkeit fließen unmittelbar in den Planungsprozess ein. Dabei werden die führenden Planzahlen ermittelt sowie Chancen und Risiken mit hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit in Worst-Case-/Best-Case-Szenarien aufgeführt. Die Prozesse zur Unternehmensplanung und zu unterjährigen Erwartungsrechnungen sowie entsprechende Analysen und Handlungsoptionen werden durch die Group Function Corporate Controlling gesteuert und eng mit den operativ verantwortlichen Business Units abgestimmt. Die Planung und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in dedizierten Vorstandsterminen erörtert und verabschiedet. Die Jahresplanung im jeweiligen Berichtsjahr überwachen wir, indem wir regelmäßig die aktuellen Erwartungen zur Geschäftsentwicklung ermitteln.

Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen, wie beispielsweise unerwartet auftretende operative Ereignisse mit erheblicher Ergebnisauswirkung, organisatorisch vorgesehen. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen sofortigen Berichterstattung.

Compliance als integraler Bestandteil

Zum Risikomanagement gehört auch, unrechtmäßiges Handeln unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Wir setzen hier darauf, uns bei der Abwicklung der Geschäftsvorfälle umfassend rechtlich beraten zu lassen und unsere Mitarbeiter mit unserem Compliance-Kodex dazu zu verpflichten, sich entsprechend den Gesetzen zu verhalten und verantwortungsbewusst zu handeln. Dieser Kodex ist eingebettet in ein umfassendes Compliance-Management-System, das in seinem Aufbau den Leitlinien eines international anerkannten Rahmenwerks zum unternehmensweiten Risikomanagement (COSO) folgt. Hierbei fördert und überwacht ein Compliance-Committee die Einhaltung unserer Compliance-Grundsätze. Es wird von Compliance-Beauftragten unterstützt, die für jedes Land bestimmt wurden, in dem wir eine Tochtergesellschaft unterhalten. Das Compliance-Committee wird von einem Compliance-Officer geführt. Dieser untersteht direkt dem Vorstand, dem er regelmäßig berichtet. Darüber hinaus ist eine unverzügliche Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat für schwerwiegende Compliance-Verstöße eingerichtet. Im Berichtsjahr bestand bei uns kein Anlass zu einer solchen Berichterstattung.

(Konzern-) Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Hierzu existieren klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen. Die branchentypischen Besonderheiten der chemischen Industrie und der bei LANXESS in diesem Zusammenhang regelmäßig eingesetzten Steuerungsinstrumentarien zur Risikoabsicherung werden berücksichtigt. Neben dem (Konzern-) Rechnungslegungsprozess im engeren Sinne gehören dazu vor allem der vorstehend beschriebene strukturierte Budget- und Erwartungsprozess sowie ein umfangreiches Vertragsmanagement. Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems können allerdings aufgrund von Ermessensentscheidungen, kriminellen Handlungen, fehlerbehafteten Kontrollen oder sonstigen Umständen eingeschränkt sein. Eine vollständige Sicherheit, dass Sachverhalte korrekt und zeitnah in der (Konzern-) Rechnungslegung erfasst werden, kann somit selbst dann nicht gewährleistet werden, wenn die eingesetzten Systembestandteile konzernweit angewendet werden.

Die Group Function Accounting, die dem Finanzvorstand untersteht, ist verantwortlich für den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess und damit für die Erstellung des Jahresabschlusses der LANXESS AG und des Konzernabschlusses sowie für die Einheitlichkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften. Der Vorstand stellt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss auf, die danach unverzüglich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet werden. Nach Empfehlung des Prüfungsausschusses werden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss vom Aufsichtsrat in dessen Bilanzsitzung festgestellt bzw. gebilligt. Der Aufsichtsrat und insbesondere dessen Prüfungsausschuss befassen sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements, des Prüfungsauftrags und der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers.

Konsolidierte Konzernzwischenabschlüsse werden jedes Quartal erstellt. Der verkürzte Konzernhalbjahresabschluss unterliegt der prüferischen Durchsicht, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einer vollumfänglichen Prüfung durch den Abschlussprüfer bzw. Konzernabschlussprüfer.

Der einheitlichen und HGB-konformen Rechnungslegung der LANXESS AG liegt ein strukturierter Prozess mit entsprechender Aufbau- und Ablauforganisation einschließlich zugehöriger Arbeitsanweisung zugrunde. Neben der Funktionstrennung sind das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Plausibilisierungen und grundlegende Überwachungsmaßnahmen im Abschlusserstellungsprozess. Der Rechnungslegungsprozess wird auf der IT-technischen Seite ergänzt durch ein integriertes EDV-System, welches weitgehend auf Standardsoftware basiert und durch Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist. Die Korrektheit automatisch generierter Buchungen und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Buchungen erfolgen auf Basis eines systematischen Belegwesens. Es erfolgt eine Dokumentation im erforderlichen Rahmen sowie eine Kontrolle durch nachgelagerte Stellen.

Grundlage des einheitlichen und IFRS-konformen Konzernberichtswesens ist die LANXESS Konzernabschlussrichtlinie. Sie regelt, in welcher Art die für den Konzern relevanten Normen der International Financial Reporting Standards (IFRS) von den Tochtergesellschaften als berichtenden Einheiten anzuwenden sind. Die Richtlinie definiert ferner den verbindlichen Konzernkontenrahmen. Sie wird auf der IT-technischen Seite durch ein konzernweit einheitliches Anlieferungs- und Konsolidierungssystem ergänzt, das weitgehend auf Standardsoftware basiert und mit Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist.

Indem wir den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess regeln und überwachen, stellen wir eine den einschlägigen Gesetzen und Normen entsprechende, ordnungsgemäße (Konzern-) Rechnungslegung sicher und gewährleisten die Verlässlichkeit unserer Finanzberichterstattung. Das bei uns angewendete (konzern-) rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem orientiert sich an allgemein anerkannten Standards (COSO-Modell). Wesentliche Änderungen an diesem System haben sich im Berichtszeitraum nicht ergeben. Entsprechende Vorgaben existieren auch für die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften.

Der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein detailliert ausgearbeiteter Prozess zugrunde. Dieser wird zeitlich definiert durch die Vorgabe eines Abschluss-Terminkalenders, der die Zeitpunkte für die Anlieferung bestimmter Daten festlegt. Fester Bestandteil ist auch die regelmäßige Prüfung, ob der Kreis der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen korrekt ermittelt und vollständig ist. Die Prinzipien der Funktionstrennung in der Form strukturierter Genehmigungs- und Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Prüfungen von Angaben auf Plausibilität werden im gesamten Erstellungs- und Konsolidierungsprozess durchgängig angewendet.

Für den Konzernabschluss liefern alle berichtspflichtigen Tochtergesellschaften ihre Konzernberichtsdaten über das oben genannte Konsolidierungssystem an. Systemintegrierte Validierungsregeln stellen zum Zeitpunkt der Anlieferung sicher, dass die gemeldeten Daten der Tochtergesellschaften konsistent sind. Die originäre Verantwortung dafür, dass die gemeldeten Daten inhaltlich korrekt sind, liegt beim Rechnungswesen der Tochtergesellschaften. Weiter gehende Prüfungen der inhaltlichen Korrektheit nimmt die Abteilung Corporate Accounting innerhalb der Group Function Accounting vor. Hierzu werden unter anderem standardisierte Berichte ausgewertet, in denen die Gesellschaften wesentliche abschlussrelevante Sachverhalte erläutern. Nach den prozessintegrierten Kontrollen erfolgt die Konzernkonsolidierung einschließlich Währungsumrechnung ohne weitere Schnittstellen im selben System, wobei sowohl automatische als auch manuelle Konsolidierungsmaßnahmen vollzogen werden. Die Korrektheit der automatischen Konsolidierungsschritte und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Konsolidierungssachverhalte werden separat gebucht, im erforderlichen Rahmen dokumentiert und von nachgelagerten Stellen kontrolliert. Ergänzt wird dies durch systemintegrierte Validierungsregeln.

Regelmäßige Abstimmungen mit anderen Group Functions des Finanzbereichs, insbesondere den Group Functions Treasury, Tax und Controlling, unterstützen die bilanzielle Abbildung von Sachverhalten. Im Rahmen des laufenden Informationsaustauschs mit den operativen Business Units sowie weiteren Group Functions identifiziert und verarbeitet die Group Function Accounting Sachverhalte, die außerhalb der Rechnungslegung entstehen. Hierzu zählen unter anderem Prozessrisiken, Planungsrechnungen für Werthaltigkeitsuntersuchungen sowie besondere Vertragsvereinbarungen mit Lieferanten oder Kunden. Zusätzlich werden bei Spezialthemen, insbesondere bei der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, externe Dienstleister hinzugezogen.

Überwachung des Risikomanagements und des Internen Kontrollsystems (IKS)

Konzernintern ist die Group Function Internal Auditing beauftragt, zu überwachen, ob das interne Steuerungs- und Überwachungssystem funktionsfähig ist und die organisatorischen Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden. Die Prüfungsplanung (Auswahl der Prüfobjekte) und Prüfungsansätze dieser Group Function sind entsprechend risikoorientiert ausgerichtet. Zur Beurteilung der Wirksamkeit des IKS wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem. Auch der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse des Compliance-Committees, der Group Function Internal Auditing sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems berichten.

Risiken der zukünftigen Entwicklung

Risiken der zukünftigen Entwicklung Die wesentlichen Risikoquellen lassen sich wie folgt darstellen:

Gruppierung der Risikoquellen
   
Makroökonomisch Regionale Entwicklungsdivergenz
Langfristige Wechselkursparitäten
Demografische Entwicklung
Strategisch Unternehmensstrategie
Investitionen
Informationstechnologie
Personal
Leistungswirtschaftlich Absatzmärkte
Betriebsabläufe
Umweltrisiken
Beschaffungsmärkte
Finanzwirtschaft
Regulatorisch Rechtliche Aspekte
Regulatorische Maßnahmen
Steuern
 

Regional unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung

Grundsätzlich unterliegt LANXESS den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Chancen und Risiken in den Ländern und Regionen, in denen der Konzern tätig ist. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Wir begegnen diesem Szenario mit unserer regional breit gefächerten Aufstellung und dem Ausbau unserer Präsenz in ausgewählten Wachstumsregionen. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Abschnitt „Strategische Ausrichtung“ dieses Lageberichts.

Langfristige Wechselkursentwicklung

Verschiebungen in den Paritäten der Wechselkurse können sich, abhängig von ihrem Produktionsland, auf die Verkaufserlöse in Konzernwährung und ihre Margen bezogen auf die Herstellungskosten der Produkte auswirken. Neben den im Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“ beschriebenen Absicherungsmaßnahmen setzen wir auch darauf, unsere Produktionsstandorte in den wesentlichen Wachstumsregionen auszubauen, um mit der regionalen Angleichung von Produktion und Absatz eine Natural-Hedge-Position aufzubauen.

Demografische Entwicklung

Dem Risiko der demografischen Entwicklung begegnen wir ebenfalls aktiv. Um auch künftig ausreichend qualifiziertes Personal beschäftigen zu können, haben wir zunächst für Deutschland seit 2009 unter dem Begriff XCare umfassende Maßnahmen ergriffen. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen entwickeln in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern bei LANXESS innovative Konzepte, um Veränderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, frühzeitig und aktiv anzugehen. Angefangen bei der Erhöhung der Zahl von Ausbildungsstellen bis hin zu Angeboten, die es älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, länger am Erwerbsleben teilzunehmen.

Ein weiteres Handlungsfeld ist der Bereich „Gesundheit“. Ziel ist es, die Produktivität zu steigern und das Risiko von Ausfallzeiten weiter zu senken. Hier wurden die Maßnahmen zur Prävention und Wiedereingliederung erfolgreich ausgebaut. Zusätzlich schlossen wir 2011 in enger Absprache mit unseren Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung über ein mehrstufiges Konzept, das es Mitarbeitern erleichtern wird, neben ihrem Beruf für die Pflege von Angehörigen zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise eine eigens definierte Pflege-Teilzeit. 2012 wurde dieses Pflegekonzept durch weitere Module ergänzt, u. a. durch das Angebot zur Vermittlung von Pflegeplätzen für Angehörige in der Nähe unserer deutschen Standorte sowie durch ein zinsgünstiges Pflegedarlehen. Insgesamt bauen wir unsere Konzepte bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter aus. So begannen im November 2012 auch die Bauarbeiten an einem betriebsnahen Kindergarten am Standort Leverkusen.

Dass Arbeitskräfte auf unseren weltweiten Märkten knapp werden, ist bislang noch nicht in einem hohen Maße zu spüren. Einer vorausschauenden und nachhaltigen Personalpolitik entsprechend, haben wir jedoch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiterführenden Schulen in Deutschland und in wichtigen Zielmärkten im Berichtszeitraum weiter ausgebaut. Darüber hinaus haben wir unser Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen weltweit als attraktiven Arbeitgeber positionieren können. Hierbei profitieren wir auch von unserem Aufstieg in den DAX. Des Weiteren bauen wir in zahlreichen Regionen unsere Praktikanten- und Nachwuchsprogramme aus, insbesondere in den BRICS-Staaten.

Ein wesentlicher Baustein für eine weltweit verantwortliche Steuerung der Personalressourcen ist die Vorstandsinitiative „Diversity & Inclusion“. Sie soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich unsere Mitarbeiterschaft mittel- und langfristig durch eine größere Vielfalt hinsichtlich Alter, Geschlecht und Nationalität auszeichnet, um damit noch besser den Herausforderungen globaler Märkte und unterschiedlicher Kundenanforderungen gerecht zu werden. Die Initiative „Diversity & Inclusion“ startete bereits 2011 und ging 2012 mit zahlreichen Teilprojekten in eine entscheidende Phase. Erstmals setzte sich LANXESS in diesem Rahmen auch ein konkretes Ziel: Der Anteil von Frauen im mittleren und oberen Management soll weltweit bis 2020 von 15 % auf 20 % steigen. Gleichzeitig ist es unsere Absicht, intelligente Lösungen in der Verknüpfung von Diversity- und Demografiemanagement zu finden. Mit dem Teilprojekt „Senior-Trainee-Programm“ ermöglichen wir beispielsweise in Deutschland der Gruppe der akademisch ausgebildeten Frauen und Männer unterschiedlichen Alters die Rückkehr in den Beruf nach einer längeren Familienphase. Ziel ist es, demografiebedingten Veränderungen besser zu begegnen, indem wir eine bislang auf dem deutschen Arbeitsmarkt wenig beachtete Zielgruppe ansprechen und gleichzeitig als verantwortungsvolles Unternehmen Chancengleichheit für Frauen ermöglichen.

Unternehmensstrategische Risiken

Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns aktiv voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzoptimierung, die Stärkung der Kernbereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen.

Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-)Entwicklungen und der Annahmen zur Umsetzbarkeit der angestrebten Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Ein- oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und ggf. von externen Beratern unterstützt.

Bei der Gewinnung von Informationen über M&A-Objekte ist nicht auszuschließen, dass nicht alle für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlichen Informationen vorliegen oder richtig bewertet werden. Dieses Risiko verringern wir durch systematische „Due-Diligence“-Analysen und – soweit möglich – entsprechende Verträge mit den Verkäufern. Eine unzureichende Integration von erworbenen Unternehmen oder Geschäften kann dazu führen, dass erwartete Entwicklungen nicht eintreten. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten.

Investitionsrisiken

Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Committee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Informationstechnologische Risiken

Unsere IT-Systeme unterstützen LANXESS Geschäftsaktivitäten weltweit, unter anderem die Prozesse vom Auftragseingang bis zum Ausgleich der Forderung oder von der Bestellung bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Wichtig ist, dass die Nutzer der Systeme zum richtigen Zeitpunkt korrekte und aussagefähige Informationen erhalten. Um dies zu unterstützen, entwickeln wir eine einheitliche und integrierte Systemlandschaft und investieren weltweit in den Ausbau und die Erweiterung der IT-Services.

Beim Betrieb und bei der Nutzung von IT-Systemen bestehen Risiken: Beispielsweise können Netzwerke oder Systeme ausfallen, Daten und Informationen aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder auch externen Einflüssen verfälscht oder gelöscht werden. In beiden Fällen kann dies zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen. Um derartigen Risiken zu begegnen, investieren wir in angemessene Datensicherungssysteme wie Spiegeldatenbanken, die den Verlust von Daten und Informationen verhindern. Verschiedene Sicherungs- und Kontrollinstrumente, beispielsweise Firewall-Systeme sowie Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme, sollen die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten und Informationen sowie den störungsfreien Betrieb der Systeme gewährleisten. Das Risikomanagement der Group Function Information Technology basiert auf anerkannten Standards.

Personalpolitische Risiken

Das Risiko von Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist in einigen Ländern nicht auszuschließen. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Dazu gehört auch das Instrument QUEST, das Qualifizierungs-, Einsatz- und Stellenmanagement-Center, eine firmeninterne Vermittlungseinheit, die schon seit 2009 fest in den deutschen Organisationen verankert ist, um Personalüberhänge abzufedern und Wissen im Unternehmen zu halten.

Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen um interne Prozesse und fachspezifische Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko zu bewältigen, das in einem Verlust dieses Wissens liegt, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze: Mit attraktiven Vergütungsmodellen, herausfordernden Aufgaben und internationalen Karriereperspektiven möchten wir Mitarbeiter an das Unternehmen binden. In Personalkonferenzen und Development Centern sichten wir darüber hinaus jedes Jahr besonders qualifizierte Mitarbeiter für einen späteren Einsatz in Schlüssel- und Führungsfunktionen, um Kompetenzen im Haus weiter auszubauen und Verluste von Know-how zu vermeiden. Stetig bauen wir dazu auch den internationalen Austausch von Wissensträgern über die verschiedenen Group Functions und Business Units aus. Außerdem investieren wir kontinuierlich in die Nachwuchsförderung, sei es mit einer steigenden Zahl von Ausbildungsplätzen in Deutschland oder mit dem Auf- und Ausbau auch von regionalen Praktikanten- und Traineeprogrammen beispielsweise in Brasilien, Indien und China – neben einem zentralen Corporate-Trainee-Programm mit internationalen Einsätzen. Ein Indikator für den bislang geringen Know-how-Verlust sind niedrige Fluktuationsquoten in allen Regionen sowie beständig steigende Bewerberzahlen. Insgesamt schätzen wir das Risiko, dass unsere Geschäfte von Wissensverlusten beeinträchtigt werden, als gering ein.

Um die Produktivität von LANXESS weiter zu steigern, haben wir im Geschäftsjahr 2011 im Rahmen des strategischen Wachstumsprogramms GOFOR 1.4 die International LANXESS Sales Academy (ILSA) für unsere weltweite Vertriebsorganisation entwickelt und eingeführt. Diese haben wir im Berichtszeitraum fortgesetzt. Mittlerweile sind 200 internationale Vertriebsmitarbeiter aus allen Regionen in drei Modulen geschult worden.

Risiken in Absatzmärkten

Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Risiken für LANXESS. Neben diesen nachfragebedingten Marktrisiken können auch strukturelle Marktveränderungen, etwa das Auftreten neuer Anbieter, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigem Kostenniveau, Produktsubstitution oder Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten, unser Risikoprofil beeinflussen und unsere Ertragskraft schwächen. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit umfassenden Maßnahmen, wie z. B. der Fokussierung und Weiterentwicklung eines Produktportfolios, mit dem wir langfristig erfolgreich tätig sein können, und einem konsequenten Kostenmanagement.

Risiken im Betriebsablauf

Fehlende Anlagenverfügbarkeit sowie Störungen in der Arbeits- und Verfahrenssicherheit können dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine bestehende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, so dass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z. B. proaktive Anlagenwartungen, reguläre Compliance-Checks, Gefährdungsbeurteilungen und systematische Schulungen unserer Mitarbeiter, um die Standards und die Sicherheit zu verbessern.

Umweltrisiken aus dem Produktionsprozess

Selbst bei hohen (sicherheits-)technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen – auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus – möglich. Sie können zu Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert.

LANXESS war und ist für zahlreiche Standorte, an denen teilweise seit über 140 Jahren chemische Produktion stattgefunden hat, und Abfallentsorgungseinrichtungen zuständig. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in dieser Zeit auch Verunreinigungen verursacht wurden, die bisher noch nicht bekannt sind. Wir bekennen uns zum Responsible-Care-Gedanken und betreiben aktives Umweltmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ausreichende Rückstellungen gebildet.

Im Produktportfolio von LANXESS befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Abnehmer auf die mit der Verwendung einhergehenden Risiken hin. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflicht-Versicherungen abgeschlossen.

Risiken in Beschaffungsmärkten

Auf der Beschaffungsseite bestehen Risiken aufgrund der hohen Preisvolatilität von Rohstoffen und Energien. Ein Preisanstieg bei Einsatzstoffen führt direkt zu einer erhöhten Kostenbasis in der Produktion, ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Dem begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoffversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten und/oder in den Verkaufsverträgen mit den Kunden abgedeckt. Darüber hinaus sichern wir uns teilweise über Derivate ab, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt (siehe auch Abschnitt „Finanzwirtschaftliche Risiken“). Details hierzu finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente – Rohstoffpreisrisiken“.

Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorbereitung alternativer Bezugsquellen ab. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis ebenso belasten wie die zuvor beschriebenen steigenden Preise für Einsatzstoffe, ohne dass jedoch Möglichkeiten bestehen, sich gegenüber Kunden oder in Terminmärkten abzusichern. Um solche negativen Einflüsse auf die Kostenbasis abzumildern, verfolgen wir eine marktgerechte Preispolitik, die dem Premium-Charakter unserer Produkte gerecht wird. Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Group Function Treasury steuert zentral die finanzwirtschaftlichen Risiken. Im Wesentlichen sind dies:

Finanzwirtschaftliche Risiken
       
Preisrisiken Liquidität und Refinanzierung Kontrahentenrisiken Anlagerisiken
       
Zinsen Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln Banken Investitionen in Pensionsvermögen
Währungen Zugang zu multi- und bilateralen Kapitalmärkten Kunden  
Rohstoffe      
Energien      
 

Preisrisiken werden mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente im Rahmen freigegebener Bandbreiten der Absicherung gesteuert. Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit unsere Zahlungsfähigkeit. Kontrahentenrisiken, also dem Ausfall von Forderungen, begegnen wir, indem wir bewusst Kreditlimits setzen. Das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury, Accounting und Human Resources, begrenzt die Anlagerisiken, indem es Allokationsentscheidungen für die Investitionen des Pensionsfonds fällt, soweit LANXESS hierauf Einfluss nehmen kann.

Eine detaillierte Darstellung finanzwirtschaftlicher Risiken und deren Management findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [35] „Finanzinstrumente“.

Rechtliche Risiken

Unternehmen des LANXESS Konzerns sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines ungünstigen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unsere künftige Finanz- oder Ertragslage.

In der Berichterstattung über frühere Geschäftsjahre wurden erhöhte Risiken aus bestimmten behördlichen und zivilgerichtlichen Kartellverfahren in den USA, Kanada und Europa im Zusammenhang mit bestimmten Produkten des ehemaligen Geschäftsbereichs Kautschuk benannt, der bei der Abspaltung von der Bayer AG dem LANXESS Konzern zugeordnet worden war. Die LANXESS AG und die Bayer AG haben im Innenverhältnis eine Haftungsvereinbarung für diese Verfahren getroffen. Danach trägt LANXESS im Innenverhältnis 30 % der Verbindlichkeiten und die Bayer AG 70 %. Für die Erstattungspflicht von LANXESS bestanden Wertgrenzen, die durch die zwischenzeitlich erbrachten Zahlungen von LANXESS ausgeschöpft sind. Mögliche zusätzliche Erstattungspflichten von LANXESS können sich noch aus einem der eingeschränkten steuerlichen Abzugsfähigkeit folgenden Steuerschaden sowie den laufenden Kosten einer Rechtsverteidigung ergeben. Letztere werden ebenfalls im Verhältnis 30 : 70 geteilt.

Weitere Ausführungen zu rechtlichen Risiken finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [14] „Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen“.

Risiken aus regulatorischen Maßnahmen

Verschärfen sich Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards, kann das zu zusätzlichen Kosten und Haftungsrisiken führen. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern.

Steuerliche Risiken

Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.

Zusammenfassende Aussage zur Gesamtrisikoposition

Aufgrund unseres breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios hat sich unsere Risikoexposition im Berichtsjahr trotz der regional und branchenbezogen unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr nicht maßgeblich verändert. Dennoch unterliegen alle Planungen bestimmten Prognoserisiken, so dass im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahrs flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen von den in der jüngeren Vergangenheit beobachteten drastischen und globalen Änderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten grundsätzlich eingeschränkt wird.

Vor dem Hintergrund der im Berichtsjahr konsequent verbesserten Finanzierungsstrukturen, unserer soliden Liquiditätsausstattung und der bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellten Fähigkeit, unsere Geschäfte auch kurzfristig an bedeutende Änderungen des Umfelds anzupassen, sind wir zuversichtlich, in der Zukunft auftretende Risiken zu bewältigen.

In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.

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