Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

BIP und Chemieproduktion 2012
Grafik: BIP und Chemieproduktion 2012

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die gesamtwirtschaftliche Lage im Jahr 2012 war weiterhin von der Staatsschuldenkrise der etablierten Wirtschaftsräume geprägt. Die Diskussionen um eine höhere Schuldengrenze und die sich verzögernde Lösung in der Budgetdiskussion um die „fiskalische Klippe“ belasteten die Entwicklung in den USA. Nordamerika wies 2012 ein Wachstum von 2,3 % auf. In Europa verschärfte sich die Verschuldungssituation mehrerer Staaten, so dass weitere Mittel aus dem Euro-Rettungsschirm beantragt werden mussten. Aufgrund der Sparmaßnahmen fehlten in vielen Ländern die wirtschaftlichen Impulse. Westeuropa bewegte sich vor diesem Hintergrund in weiten Teilen mit minus 0,2 % in der Rezession. Das Wachstum in Deutschland lag 2012 bei 0,9 % und war damit deutlich besser als die Entwicklung in Westeuropa insgesamt. Die Konjunktur in den aufstrebenden Volkswirtschaften verlor ebenfalls an Dynamik. Der chinesische Wirtschaftsraum zeigte mit 7,8 % ein vergleichsweise schwaches Wachstum, das sich zum Jahresende allerdings wieder erhöhte. Insgesamt schwächte sich das globale Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf ab und betrug 2,2 %.

Mit teilweise hohen Kursgewinnen koppelten sich die globalen Kapitalmärkte 2012 bei hoher Volatilität von der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung ab. Insbesondere die in der zweiten Jahreshälfte aufkeimende Hoffnung auf nachhaltige Fortschritte in der Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise beflügelte die Börsen. So gewann der deutsche Leitindex DAX auf Jahressicht fast 30 % und zählte damit zu den stärksten Indizes weltweit. Auch der japanische Nikkei-Index verzeichnete mit rund 23 % einen deutlichen Anstieg, der allerdings auch auf die binnenkonjunkturelle Erholung nach der Naturkatastrophe im Frühjahr 2011 zurückzuführen ist. Mit Kursanstiegen von gut 7 % bzw. knapp 6 % wiesen auch der US-amerikanische Dow-Jones-Index und der britische FTSE 100 positive Entwicklungen auf.

Die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US-Dollar zeigte sich im Jahresverlauf 2012 etwas weniger volatil als noch im Vorjahr. Vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise gewann der US-Dollar bis etwa zur Jahresmitte gegenüber dem Euro zunächst spürbar an Wert. Infolge der stabilisierenden Maßnahmen von Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds gab der US-Dollar seine Kursgewinne im Verlauf der zweiten Jahreshälfte allerdings wieder vollständig ab. Zum Jahresende wurden für einen Euro 1,32 US-Dollar gezahlt – dies entspricht einem Wertverlust des US-Dollar von rund 2,3 % in 2012. Im Jahresdurchschnitt lag der Kurs bei 1,29 US-Dollar je Euro und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,39 US-Dollar je Euro. Aufgrund der regionalen Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein stärkerer US-Dollar grundsätzlich positiv auf unsere Erträge aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Grafik: Wechselkursentwicklung US-Dollar zu Euro

Trotz der weiter abnehmenden konjunkturellen Dynamik wiesen die unterjährig volatilen Rohstoffmärkte zum Jahresende ein stabileres Preisniveau auf. Als Einkäufer ist für uns insbesondere die Preisentwicklung bei petrochemischen Rohstoffen relevant, da diese einen wesentlichen Einfluss auf unsere Produktionskosten hat. Unser wichtigster strategischer Rohstoff, Butadien, zeigte im Jahresverlauf eine weit überdurchschnittliche Volatilität mit insbesondere in den ersten Monaten stark ansteigenden Preisen. Diese Entwicklung kehrte sich im weiteren Jahresverlauf um. Zum Jahresende 2012 notierte Butadien sogar leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

Chemische Industrie

Die gesamtwirtschaftlichen Trends wirkten sich ebenfalls auf die Entwicklung der chemischen Industrie aus, deren Produktion mit 1,4 % deutlich schwächer wuchs als von uns erwartet. Auch die einzelnen Regionen blieben hinter unseren Prognosen zurück. Die Wachstumsraten in China mit 6,0 % und im NAFTA-Raum mit 1,5 % spiegelten die schwache Wirtschaftsentwicklung wider. Der asiatisch-pazifische Raum war mit 3,3 % der Treiber des Wachstums der Chemieindustrie. In Europa konnte sie sich jedoch mit einem Rückgang von 2,0 % der Rezession nicht entziehen. Die Produktion in Deutschland sank mit minus 3,3 % gegenüber einem starken Vorjahr noch deutlicher.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

Die globale Produktion der Reifenindustrie sank leicht um 0,2 %. Die Schwerpunkte dieses Rückgangs lagen mit minus 5,0 % in Europa und mit minus 3,8 % in Amerika. In Asien wurde hingegen ein Wachstum von 3,4 % erzielt. Hier waren China mit 5,5 % und Indien mit 5,3 % die Haupttreiber dieser Entwicklung. Das Geschäft für die Erstausrüstung verlief im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge lediglich in Nordamerika und Japan zufriedenstellend. Ansonsten führte die Wirtschaftslage zu einer negativen Entwicklung in der Produktion für Lkw-Reifen. Die Nachfrage nach Ersatzreifen ging 2012 weltweit zurück. Bei Pkw und kleineren Nutzfahrzeugen verlief die Entwicklung bei den Erstausrüstungsreifen parallel zu der Automobilproduktion. Im Bereich der Ersatzbeschaffung hielten sich die Kunden spürbar zurück.

Die globale Produktion von Automobilen wuchs 2012 mit 4,9 %. Der Wachstumsschwerpunkt lag dabei mit 16,8 % im NAFTA-Raum, in dem sich seit der Finanzkrise über mehrere Jahre ein hoher Nachholbedarf aufgebaut hatte. Auch Japan mit 20,5 % und Südostasien mit 31,5 % verzeichneten hohe Wachstumsraten, die allerdings auf das außergewöhnlich niedrige Vorjahresniveau infolge der Naturkatastrophe Anfang 2011 zurückzuführen waren. Insgesamt entwickelte sich die Automobilproduktion in Asien mit 9,2 % wieder stark. In dem für LANXESS besonders wichtigen europäischen Markt litt auch die Automobilbranche unter den gesamtwirtschaftlichen Problemen, mit einem Rückgang der Produktion um 7,6 %. In Deutschland ging die Produktion mit minus 7,1 % ebenfalls deutlich zurück. Auch in Südamerika war die Entwicklung mit minus 2,0 % von der ökonomischen Situation belastet.

Im Bereich der Agrochemikalien wuchs die weltweite Produktion aufgrund einer weiterhin hohen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen um 3,0 %. Die Dürre im NAFTA-Raum bewirkte dort einen leichten Rückgang um 0,6 %. In Westeuropa wurde dagegen ein Wachstum von 3,9 % verzeichnet, wobei die Produktion in Deutschland sogar um 6,1 % zulegte.

Die Bauindustrie zeigte ein globales Wachstum von 3,0 %. Insbesondere der europäische Raum dämpfte die globale Entwicklung mit einem Rückgang um 4,6 % in Westeuropa. Deutschland erreichte mit plus 0,4 % einen leicht positiven Trend. Haupttreiber des Wachstums war Asien. Schwerpunkte bildeten dabei China mit 8,7 % und Indien mit 7,4 %. Im NAFTA-Raum entwickelte sich die Bauindustrie mit einem Plus von 2,0 % weiterhin verhalten.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2012
         
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr ( %) Hochschätzung Reifenindustrie Automobil-industrie Agrochemikalien Bauindustrie
         
Amerika – 3,8 12,1 – 0,2 2,8
NAFTA – 3,7 16,8 – 0,6 2,0
Lateinamerika – 3,9 – 2,0 0,4 6,7
EMEA – 5,0 – 7,6 4,3 – 3,1
Deutschland – 7,8 – 7,1 6,1 0,4
Westeuropa – 7,7 – 9,8 3,9 – 4,6
Mittel-/Osteuropa – 1,5 4,4 8,8 8,8
Asien/Pazifik 3,4 9,2 3,8 3,8
Welt – 0,2 4,9 3,0 3,0
 

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