Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

Springe direkt:zur Hauptnavigation,zum Inhaltsbereich,zur Suche

Einkauf und Produktion

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten „Global Categories“ ihren Bedarf. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert die effektive Nutzung von Einkaufssynergien, so dass wir optimal am Markt auftreten und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir etwaige Lieferengpässe oder Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten („multiple sourcing“). Wir setzen konsequent Best-Practice-Prozesse ein. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von E-Procurement-Werkzeugen wie E-Catalogs oder elektronischen Marktplätzen, die weitgehend in unsere internen EDV-Systeme integriert sind. Im Jahr 2012 wurden rund 60 % (Vorjahr: ca. 55 %) aller Bestellpositionen über E-Procurement abgewickelt.

Unser HSEQ-Managementprozess beginnt bereits, wenn Rohstoffe und Dienstleistungen beschafft werden. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie sich unter anderem an die nationalen und sonstigen geltenden Gesetze und Verordnungen bezüglich des Schutzes der Umwelt, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeits- und Einstellungspraktiken halten. Diese in unserem „Supplier Code of Conduct“ definierten Anforderungen sind bei unserer Lieferantenauswahl und Lieferantenbewertung ein wichtiges Kriterium. Ob dessen Vorgaben eingehalten werden, überprüfen wir insbesondere bei ausgewählten Lieferanten regelmäßig mit Audits im In- und Ausland. Im Jahr 2012 haben wir insgesamt 29 Audits durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von 7 %.

Um unsere Risiken im Bereich der Beschaffung weiter zu minimieren und eine höhere Transparenz in der Lieferkette zu erzielen, haben wir im Jahr 2012 gemeinsam mit fünf anderen internationalen Chemieunternehmen die Initiative „Together for Sustainability“ gegründet. Wesentliche Ziele dieser Initiative sind, die Anforderungen hinsichtlich der Lieferantenbewertung und -auditierung zu standardisieren, eine neutrale Risikobewertung der Lieferanten durch einen anerkannten externen Partner zu institutionalisieren und einen qualifizierten gemeinsamen Auditorenpool für die Überprüfung der Lieferanten zu bilden. Wir erwarten von diesem konzertierten Vorgehen eine noch stärkere Bewusstseinsbildung bei unseren Lieferanten und eine höhere Bereitschaft zur ständigen Verbesserung. In der im Berichtsjahr angelaufenen Pilotphase werden mehr als 1.850 Lieferanten bewertet und rund 150 Lieferanten auditiert.

Konzernweit definiert eine globale Beschaffungsrichtlinie das Verhalten unserer Mitarbeiter im Umgang mit Lieferanten und deren Mitarbeitern. Eine interne Trainingsakademie unterstützt die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter und stellt den hohen Qualitätsstandard unserer Einkaufsprozesse sicher. Zu den Schulungsinhalten zählen unter anderem unser siebenstufiger strategischer Einkaufsprozess, Verhandlungs- und interkulturelle Trainings sowie Zeit-, Lieferanten- und Risikomanagement.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen bedeutenden Stellenwert. Wir erwerben diese überwiegend auf Basis von langfristigen Einkaufsverträgen. Ihre Verfügbarkeit spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei unseren Standortentscheidungen. So werden wir beispielsweise in Singapur die wichtigsten Rohstoffe für unsere beiden neuen Kautschukwerke über Pipelines aus der unmittelbaren Nachbarschaft beziehen. Auch an zahlreichen anderen Produktionsstandorten beziehen wir Schlüsselrohstoffe wie z. B. Butadien und Energieträger wie Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. Auf diese Weise können wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen minimieren, sondern reduzieren auch das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2012 unter anderem BASF, Bayer, BP, Braskem, Chevron Phillips, Enterprise, Evonik, Exxon Mobil, INEOS, LyondellBasell, Nova Chemicals, Sabic, Shell Chemicals, Texas Petrochemicals und Total/Petrofina.

Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2012 Ammoniak, Butadien, Cyclohexan, Ethylen, Isobutylen, Natronlauge, Propylen, Styrol und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2012 auf strategische Rohstoffe ein Einkaufsvolumen von ca. 3,9 Mrd. € (Vorjahr: ca. 3,9 Mrd. €). Dies entspricht einem Anteil von rund 83 % unserer gesamten Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren des LANXESS Konzerns im Jahr 2012, die etwa 4,7 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,6 Mrd. €) betrugen. Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2012 auf etwa 6,9 Mrd. € (Vorjahr: ca. 6,8 Mrd. €).

Wir sind weiterhin nicht abhängig von einzelnen Lieferanten. Auch kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Produktion

LANXESS zählt zu den global bedeutenden Herstellern von Chemie- und Polymerprodukten. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.

Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch jeweils einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Sittard-Geleen (Niederlande), Orange (USA), Sarnia (Kanada), Triunfo und Duque de Caxias (Brasilien), Jhagadia (Indien) sowie Wuxi (China). Daneben betreiben wir weitere Produktionsstandorte in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Spanien, Südafrika und den USA. Für eine vollständige Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten verweisen wir auf den Abschnitt „Kurzdarstellung der Segmente“ in diesem Lagebericht.

In unserem globalen Produktionsnetzwerk kam es im Jahr 2012 zu folgenden wesentlichen Veränderungen:

  • Termingerecht konnten wir im Mai 2012 in Nantong (China) unser in einem Joint Venture mit der taiwanesischen TSRC Corporation errichtetes Werk zur Produktion von NBR-Kautschuk eröffnen.
  • Am Standort Orange (USA) schloss unsere Business Unit Performance Butadiene Rubbers die zweite Ausbaustufe in ihrer Produktionsanlage für High-Performance-Kautschuke ab.
  • Die Business Unit Technical Rubber Products hat ihre Produktionskapazitäten für den synthetischen Hochleistungskautschuk Therban® an den Standorten Leverkusen und Orange um jeweils 40 % erweitert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 wurde diese Business Unit aufgespalten in die neuen Einheiten Keltan sowie High Performance Elastomers. Die genannten Anlagen sind zukünftig der Business Unit High Performance Elastomers zugeordnet.
  • Ebenfalls deutlich ausgebaut hat Technical Rubber Products die Kapazitäten seiner EVM-Produktion am Standort Dormagen. Auch diese Anlage ist zukünftig der Business Unit High Performance Elastomers zugeordnet.
  • Unsere erste Compoundier-Anlage in den USA eröffnete die Business Unit High Performance Materials im September 2012 in Gastonia im Bundesstaat North Carolina.
  • Zusammen mit unserem Partner, dem US-Chemiekonzern DuPont, haben wir die Kapazität der gemeinsamen Compoundier-Anlage für Polybutylenterephthalat (PBT) in Hamm-Uentrop verdoppelt.
  • Mit der Bond-Laminates GmbH hat unsere Business Unit High Performance Materials eine Produktionsstätte für hoch spezialisierte Verbundwerkstoffe übernommen.
  • Planmäßig abschließen konnten wir in der Business Unit Advanced Industrial Intermediates die Verdoppelung unserer Produktionskapazitäten für synthetisches Menthol am Standort Krefeld-Uerdingen.
  • Eine Kapazitätserhöhung um 10 % nahm unsere Business Unit Functional Chemicals in ihrem Produktionsnetzwerk für Phosphorchemikalien am Standort Leverkusen vor.
  • Mit der Tire Curing Bladders, LLC hat unsere Business Unit Rhein Chemie eine Produktionsstätte für Vulkanisationsbälge in Little Rock (USA) übernommen.
  • Zudem erweiterte die Business Unit Rhein Chemie am Standort Burzaco (Argentinien) ihre Produktionskapazitäten für Vulkanisationsbälge um 40 %. In diesem Zusammenhang wurde die Produktion in Uruguay im Berichtsjahr nach Argentinien bzw. in die USA verlagert.

Einschließlich der oben genannten Maßnahmen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlungswirksame Investitionen von 696 Mio. €. Einzelheiten hierzu finden sich in der Darstellung der Investitionen im Abschnitt „Vermögens- und Finanzlage“ dieses Lageberichts. Für weitere Erläuterungen zu den im Berichtsjahr durchgeführten Akquisitionen verweisen wir auf den Abschnitt „Ergänzungen des Konzernportfolios“ in diesem Lagebericht.

Service

Kennzahlenvergleich