Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Handschrift: Sehr geehrte Damen und Herren
Foto: Dr. Axel C. Heitmann, Vorsitzender des Vorstands

als LANXESS vor acht Jahren selbstständig wurde, sah kaum jemand eine erfolgreiche Zukunft für unser Unternehmen. Ich blicke deshalb mit besonderem Stolz auf das Geschäftsjahr 2012 zurück. Kaum ein Jahr in unserer Geschichte zeigt deutlicher, welch erfolgreichen Weg wir entgegen vielen Prognosen seit 2005 gegangen sind.

Mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,225 Milliarden Euro erzielten wir 2012 in einem zusehends anspruchsvolleren konjunkturellen Umfeld das bislang beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Auch unser Konzerngewinn erreichte mit 514 Millionen Euro einen neuen Höchstwert.

Meinen ganz besonderen Dank hierfür – auch im Namen meiner Vorstandskollegen – möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von LANXESS aussprechen. Ihr unermüdlicher Einsatz für das Unternehmen hat diesen Erfolg möglich gemacht. Gemeinsam werden wir die Zukunft unseres Unternehmens weiter erfolgreich gestalten und jede Herausforderung meistern.

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war für uns alle im September die Aufnahme von LANXESS in den DAX30. Diese besondere Anerkennung unserer harten Arbeit der vergangenen Jahre und der erfolgreichen Transformation unseres Unternehmens hat mich sehr berührt. Im deutschen Leitindex gelistet zu sein, ist für uns eine große Auszeichnung – und motiviert uns, noch besser zu werden.

Insofern ist es nur konsequent, dass wir uns im vergangenen Jahr ein neues mittelfristiges Wachstumsziel gesetzt haben: 2018 wollen wir ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,8 Milliarden Euro erzielen. Unser bisheriges für 2015 festgelegtes Ziel eines EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,4 Milliarden Euro planen wir jetzt bereits im Jahr 2014 zu erreichen. Unsere hervorragenden Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres sind dabei ein wichtiger Schritt. Sie dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2012 kein leichtes Jahr für LANXESS war. Für unseren Erfolg mussten wir uns bis zum letzten Tag unglaublich anstrengen.

Zurückzuführen war dies insbesondere auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr. Die Konjunktur in Europa wurde nicht mehr allein von der Euro-Schuldenkrise belastet; negativ wirkten sich auch das in vielen Teilen Asiens schwächere Wachstum sowie eine geringe wirtschaftliche Dynamik in Lateinamerika aus. Erschwert wurden unsere Geschäfte darüber hinaus von anhaltend volatilen Rohstoffpreisen und steigenden Energiekosten. Dass sich die operativen Ergebnisse des vierten Quartals dennoch positiv darstellten, lag vor allem daran, dass wir im Vergleich zum Vorjahr weniger belastende Einmaleffekte verzeichneten.

2013 wird uns das Leben nicht leichter machen. Eine grundlegende Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds ist bislang noch nicht festzustellen. Und auch wenn die ersten Maßnahmen wirken, so bleiben die Auswirkungen der Schuldenkrise für die Weltwirtschaft und die Unternehmen eine große Herausforderung. Wichtige politische und ökonomische Fragen harren ihrer Beantwortung, weitreichende Reformen stehen noch aus.

Unsere Wachstumsstrategie werden wir deshalb aber nicht ändern. Wir sind erfahren im Umgang mit stürmischen Zeiten und werden auch kommende zu bewältigen wissen. Die langfristigen Treiber unserer Geschäfte sind unverändert intakt. LANXESS wird auch künftig mit seinen technologiebasierten Produkten vom Fokus auf die Wachstumsregionen und von den globalen Megatrends profitieren.

Sehr positiv entwickelt sich beispielsweise unser Geschäft mit hochwertigen Zwischenprodukten für Agrochemikalien, mit dem wir den Megatrend Landwirtschaft bedienen. Unsere Produkte helfen, Anbauflächen effizienter zu bewirtschaften und Ernteerträge zu sichern. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag dazu, den steigenden Nahrungsmittelbedarf einer stetig wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Den Bereich Agrochemikalien werden wir in den kommenden Jahren stärken und so in der Lage sein, die wachsende Nachfrage nach unseren Produkten zu befriedigen.

Auch die global zunehmende Mobilität wird unsere Entwicklung vorantreiben. Weltweit sind heute über 800 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Bis zum Jahr 2035 sollen es zwei Milliarden sein. Von diesem Trend profitieren wir. Denn unsere Hochleistungskautschuke und Hightech-Kunststoffe ermöglichen es, Kraftstoffverbrauch und Emissionsausstoß von Fahrzeugen deutlich zu senken – und so den steigenden Umweltbelastungen der zunehmenden Mobilität entgegenzuwirken.

2012 stand deshalb für uns ganz im Zeichen der „Grünen Mobilität“. Unsere Stärke auf diesem Gebiet lieferte gute Ergebnisse für das Unternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machten Produkte für die „Grüne Mobilität“ 17 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus, das entspricht 1,6 Milliarden Euro. Es ist unser Ziel, unseren Gesamterlös in diesem Bereich bis 2015 auf 2,7 Milliarden Euro zu steigern.

Das dafür erforderliche Wachstum haben wir im vergangenen Jahr erneut mit klugen langfristigen Investitionen in den wichtigen Märkten vorangetrieben. Im September legten wir in Singapur den Grundstein für die weltweit größte Anlage zur Produktion von Neodymium-basiertem Performance-Butadien-Kautschuk. Dieses Hochleistungspolymer ist unerlässlich, um verbrauchs- und emissionssenkende „Grüne Reifen“ herzustellen – ein rasch wachsender Markt.

Eine weitere Produktreihe, mit der wir sehr erfolgreich zur „Grünen Mobilität“ beitragen, sind unsere Hightech-Kunststoffe. Auch hier konnten wir unsere führende Position ausbauen. Im September 2012 übernahmen wir mit Bond-Laminates einen Spezialisten für maßgeschneiderte Verbundmaterialien aus Kunststoffen für die Automobilindustrie. Im Vergleich zu Metallteilen sind diese leichter zu verarbeiten, haben hervorragende mechanische Eigenschaften und wiegen weniger. So lassen sich Kraftstoffverbrauch und Emissionsausstoß von Fahrzeugen senken.

Die weltweit größte Anlage für synthetischen EPDM-Kautschuk bauen wir derzeit im chinesischen Changzhou. Dort werden wir die hochmoderne Keltan-ACE-Technologie nutzen, die den Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Technologien deutlich reduziert.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir setzen auf Innovationen und hochmoderne Technologien. Es ist eine unserer Stärken, für die erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens auch immer wieder neue Wege zu gehen. Das taten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr gleich mehrfach. So präsentierten wir auf unserem ersten Mobility Day in den USA im September einen Konzeptreifen. Dieser gehört mit zu den ersten Reifen, die eine doppelte A-Bewertung gemäß der neuen EU-Reifenkennzeichnungsverordnung erhalten haben, also hervorragende Bremswirkung auf nasser Straße entfalten sowie besonders kraftstoffsparend und damit emissionsreduzierend sind. Seit November 2012 müssen alle Reifen, die innerhalb der EU verkauft werden, hinsichtlich ihrer Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und ihres Rollgeräuschs gekennzeichnet sein. Eine vergleichbare Regelung trat auch in Südkorea in Kraft, in anderen Staaten wird derzeit darüber diskutiert. Verbrauchern schafft die Neuregelung eine bessere Entscheidungsgrundlage beim Kauf von Reifen. Diese mögen sich zwar optisch gleichen, in ihrem Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch, den Emissionsausstoß und die Sicherheit unterscheiden sie sich jedoch oftmals deutlich. „Grüne Reifen“ erhalten hier hervorragende Bewertungen.

Natürlich wollen wir unseren Kunden in der Reifenindustrie mit unserem Konzeptreifen keine Konkurrenz machen, er belegt aber unsere außergewöhnliche Kompetenz im Bereich Mobilität – und bietet unseren Kunden einen echten Mehrwert. Ihnen können wir nun Materialien anbieten, die bereits strengen Tests unterzogen wurden. So können sie neue Reifen schneller auf den Markt bringen und damit ihre Wettbewerbsposition ausbauen.

Eine weitere Premiere feierten wir im September mit der Vorstellung unserer Spritspar-App. Mit ihr wenden wir uns erstmals direkt an die Menschen, die die mit unseren Materialien hergestellten Produkte kaufen. Bis heute wurde der Spritspar-Rechner von rund 180.000 Verbrauchern genutzt. Unsere Initiative verfolgt dabei vor allem das Ziel, ihnen wertvolle Hilfestellung beim Kauf neuer Reifen zu geben. Wie viel Euro lassen sich mit „Grünen Reifen“ sparen? Wie schnell rechnet sich ihre Anschaffung? Wie stark reduzieren sie den CO2-Ausstoß? Mit nur wenigen Klicks wird der Nutzen „Grüner Reifen“ für Käufer und Umwelt deutlich.

Unseren Anspruch, mit unternehmerischer Verantwortung die Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft zu fördern, haben wir auch 2012 wieder unterstrichen, indem wir uns erneut zu den Prinzipien der weltweit größten Initiative für Corporate Responsibility – des Global Compact – bekannten.

Unsere Produkte leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Selbstverständlich legen wir Wert darauf, auch die ihnen zugrunde liegenden Herstellungsverfahren so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Wir setzen in unseren Anlagen modernste Technologien ein, um beispielsweise Energie und Wasser einzusparen. Und jede neue Produktionsanlage muss mit Blick auf den Schutz der Umwelt strenge Anforderungen erfüllen.

Wie erfolgreich unsere Bemühungen sind, haben auch im vergangenen Jahr wieder Experten beurteilt – und uns dabei ein gutes Zeugnis ausgestellt. So wurden wir unter anderem erstmals in den Carbon Disclosure Leadership Index aufgenommen, den Index der führenden weltweiten Klimaschutzinitiative. In der Region Deutschland, Österreich und Schweiz zählen wir zu den besten 10 Prozent von 350 befragten Unternehmen, die sich durch besonders transparente Berichterstattung im Bereich Klimaschutz auszeichnen.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber mehr als der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, in ihrer Gesamtheit nachhaltig aufgestellt sein müssen. Dazu gehört für uns auch, dass wir die Chancengerechtigkeit in unserem Unternehmen fördern und die vielfältigen Lebenserfahrungen von Menschen als Quelle wertvollen Wissens begreifen.

Im Rahmen unserer Vorstandsinitiative Diversity & Inclusion haben wir dieses Verständnis von Nachhaltigkeit im vergangenen Jahr gleich mit zwei Projekten in die Tat umgesetzt. Mit einem bundesweit einmaligen Senior-Trainee-Programm ermöglichten wir 13 hochqualifizierten Frauen und einem Mann nach einer langjährigen Familienphase die Rückkehr ins Berufsleben. Zeitgleich setzten wir uns für das mittlere und obere Management ein weltweites, mittelfristiges Unternehmensziel für einen Frauenanteil: Bis zum Jahr 2020 wollen wir rund 20 Prozent dieser Positionen mit Frauen besetzen. Aktuell liegt dieser Anteil bei knapp 15 Prozent. Mit unserer anspruchsvollen Zielvorgabe wollen wir mehr hochqualifizierten Frauen einen Aufstieg im Konzern ermöglichen und damit zur Chancengerechtigkeit beitragen.

Liebe Aktionäre und Aktionärinnen, wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln gehören bei LANXESS zusammen. Das honorierte im vergangenen Geschäftsjahr auch der Kapitalmarkt. Unsere Aktie erzielte einen der stärksten Wertzuwächse im DAX30. Auch im Namen meiner Vorstandskollegen danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihr langjähriges Vertrauen. 2013 mag für LANXESS ein herausforderndes Jahr werden, uns wird das aber nur anspornen, unseren Erfolgskurs fortzusetzen. Ich freue mich, wenn Sie uns auf diesem Weg weiter begleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift: Axel Heitmann

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