Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Performance Chemicals

Das Segment Performance Chemicals umfasst unsere sieben anwendungsorientierten Business Units auf dem Gebiet der Prozess- und Funktionschemikalien: Material Protection Products, Inorganic Pigments, Functional Chemicals, Leather, Rhein Chemie, Rubber Chemicals sowie Ion Exchange Resins. In ihren Märkten zählen sie jeweils zu den führenden Anbietern weltweit.

Foto: Verkehrsflugzeug
„Grüne Mobilität“ findet längst nicht nur auf der Straße statt. Auch in modernen Verkehrsflugzeugen kommen innovative Produkte aus dem LANXESS Portfolio zum Einsatz. Unsere X-Lite-Technologie ermöglicht nämlich, besonders leichtes Sitzleder herzustellen – mit positiven Effekten für Treibstoffverbrauch und Nutzlastkapazität.

Die Business Units im Überblick

Die Business Unit Material Protection Products ist einer der global führenden Hersteller von Konservierungsmitteln und bioziden Wirkstoffen. Inorganic Pigments ist der größte Produzent und Anbieter von Eisenoxid- und Chromoxid-Pigmenten für verschiedenste Anwendungsbereiche. Functional Chemicals stellt Kunststoffadditive, Phosphor- und Spezialchemikalien sowie organische und anorganische Farbmittel für die Kunststoff- und zahlreiche andere Industrien her. Als einer der wenigen Zulieferer der Lederindustrie bietet die Business Unit Leather alle für die Lederherstellung notwendigen Produkte an sowie Chromchemikalien- und Chromerz-Spezialitäten weltweit. Die Business Unit Rhein Chemie produziert Chemikalienspezialitäten für die Kautschuk-, Kunststoff- und Schmierstoffindustrie. Rubber Chemicals zählt mit seinen qualitativ hochwertigen Kautschukchemikalien in diesem Bereich zu den weltweit führenden Anbietern. Die Business Unit Ion Exchange Resins hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Komplettanbieter von Lösungen für die Wasseraufbereitung entwickelt.

Mit ihrem breiten Spektrum innovativer und zunehmend auch nachhaltiger Premium-Produkte partizipieren die Business Units des Segments Performance Chemicals gleich an mehreren der von uns adressierten Megatrends.

Portfolio für Megatrend Mobilität erweitert

Vom Megatrend Mobilität profitieren im Segment Performance Chemicals insbesondere die Business Units Rubber Chemicals und Rhein Chemie.

Mit der Übernahme der argentinischen Darmex-Gruppe hatte sich Rhein Chemie im Jahr 2011 als weiteres Geschäftsfeld den auf etwa 300 Millionen Euro geschätzten Markt für Vulkanisationsbälge erschlossen. Diese geben Reifen bei der Herstellung bzw. Vulkanisation ihre endgültige Form. Wachstumsperspektiven eröffnet dem Geschäft vor allem der Trend, dass immer mehr Reifenhersteller die Produktion von Vulkanisationsbälgen an spezialisierte Hersteller auslagern.

Den strategisch bedeutenden Einstieg in die Herstellung von Vulkanisationsbälgen für die Reifen von Lkw, landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Baumaschinen konnten wir nun mit einer weiteren Transaktion, der Übernahme der in den USA ansässigen Tire Curing Bladders, LLC (TCB), vollziehen. Die in Little Rock, Arkansas, ansässige TCB zählt mit einer Jahreskapazität von mehr als 400.000 Vulkanisationsbälgen zu den weltweit führenden Herstellern und bedient vornehmlich den nordamerikanischen Markt. Mit der Übernahme bauen wir die Marktposition von Rhein Chemie als Hersteller hochqualitativer Vulkanisationsbälge weiter aus.

Unserer zweigleisigen Wachstumsstrategie entsprechend fördern wir parallel auch die organische Expansion dieses Geschäfts: Im zweiten Quartal 2013 wird im brasilianischen Porto Feliz unser mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro errichtetes Werk für Hochleistungs-Vulkanisationsbälge seinen Betrieb aufnehmen. Am Standort Burzaco (Argentinien) haben wir unsere Produktionskapazitäten im Berichtsjahr um 40 Prozent erweitert.

Voll im Plan liegen auch die Bauarbeiten im ersten LANXESS Werk auf russischem Boden. Vom Standort Lipetsk aus wird Rhein Chemie ab der ersten Jahreshälfte 2013 mit einer Produktionsanlage für Kautschukadditive und Trennmittel vor allem die Automobil- und Reifenindustrie in Russland und den übrigen GUS-Staaten bedienen. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 5 Millionen Euro.

Die konsequente Erweiterung des Rhein Chemie Portfolios um innovative Lösungen wurde auch von internationalen Experten aus der Reifenindustrie, der Automobilbranche und der Wissenschaft gewürdigt. Sie verliehen der Business Unit im Rahmen der Tire Technology Expo – weltweit eine der wichtigsten Veranstaltungen für Reifentechnologien – die Auszeichnung als „Bester Zulieferer für die Reifenindustrie des Jahres“.

Zudem erhielt Rhein Chemie den ersten Preis beim bundesweiten „Responsible Care“-Wettbewerb 2012 des Verbands der Chemischen Industrie. Prämiert wurde ein innovatives Verfahren, mit dem der wichtige Rohstoff Phenol aus Abwassergemischen, die bei der Herstellung eines Kunststoffadditivs anfallen, zurückgewonnen werden kann. Mit der von einem Expertenteam aus Labor, Produktion und Anwendungstechnik entwickelten Lösung können wir jährlich rund 150 Tonnen Phenol und eine noch größere Menge an flüssigem Sonderabfall einsparen.

Innovative Wege in der Produktentwicklung beschritt 2012 wiederum unsere Business Unit Rubber Chemicals: Im Rahmen der Entwicklung des Kautschukadditivs Vulkalink®, das den Rollwiderstand „Grüner Reifen“ verbessert, erhielten ausgewählte globale Reifenproduzenten erstmals die Möglichkeit, die aus unserer Sicht vielversprechendsten vier Laborsubstanzen bereits in einer sehr frühen Phase auf Herz und Nieren zu prüfen und detaillierte Einschätzungen abzugeben. Diese für die Industrie neue Form der Zusammenarbeit stellt eine klassische Win-win-Situation dar: Wir können uns frühzeitig ein klares Bild der Marktattraktivität und Realisierungswahrscheinlichkeit von Vulkalink® machen und so die „Time to Market“ signifikant verkürzen. Unsere Kunden wiederum erhalten die Chance, ihre individuellen Anforderungen an das Produkt in den weiteren Entwicklungsprozess einzubringen. In dessen Rahmen werden wir unseren Kunden im zweiten Quartal 2013 eine ihren Wünschen entsprechend optimierte Variante von Vulkalink® für weitere Tests zur Verfügung stellen.

Breites Leistungsspektrum rund um Megatrend Urbanisierung

Die Urbanisierung schreitet immer weiter voran: Für das Jahr 2050 rechnen die Vereinten Nationen damit, dass knapp 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden. Derzeit liegt diese Quote bei „nur“ etwas mehr als 50 Prozent. Am deutlichsten ist der Trend zur Urbanisierung in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu beobachten. Noch in diesem Jahrzehnt sollen allein in China und Indien insgesamt elf neue Megacities entstehen – Städte mit jeweils mehr als zehn Millionen Einwohnern. Unsere Produkte finden gleich in einer ganzen Reihe von Industrien Anwendung, die von der zunehmenden Urbanisierung profitieren.

Mit Pigmenten umweltverträglicher leben

Der Bedarf an nachhaltigen Verkehrskonzepten ist gerade in den stetig wachsenden urbanen Ballungsräumen besonders hoch. Elektroautos haben das Potenzial, den Spagat zwischen hoher individueller Mobilität und Nachhaltigkeit zu bewältigen. Die Akzeptanz der Verbraucher kann jedoch nur gewonnen werden, wenn die Gesamtkosten elektrischer Mobilität vertretbar sind – und dabei spielen Lebensdauer und Reichweite der eingesetzten Batterien eine entscheidende Rolle.

Foto: Pigmentfläschchen
Die anorganischen Pigmente unserer Business Unit Inorganic Pigments setzen weit mehr als nur Farbakzente. So sind Eisenoxide der Bayoxide<sup>®</sup>-Reihe unter anderem ein wichtiger Bestandteil moderner Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge.

Innerhalb der Bayoxide®-Produktreihe bietet unsere Business Unit Inorganic Pigments mehrere Eisenoxide für die Herstellung von Kathoden, die in modernen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz kommen. Unsere jüngste Entwicklung ist das technische Eisenoxid Bayoxide® E B 90. Es erlaubt den Herstellern, Hochleistungsbatterien für Elektroautos zu fertigen, die den CO2-Ausstoß pro gefahrenen Kilometer signifikant senken können. Schätzungen zufolge könnte das globale Marktvolumen von Batterien für die Elektromobilität bis zum Jahr 2020 auf rund 20 Milliarden Euro anwachsen. Als einer der weltweit führenden Hersteller von Eisenoxid-Pigmenten verfügen wir über die Kapazitäten, um diese steigende Nachfrage zuverlässig bedienen zu können.

Eine Vorreiterrolle nimmt Inorganic Pigments auch im Hinblick auf die umweltschonende Gestaltung von Prozessen zur Pigment-Herstellung ein.

Unsere Produktpalette für helle Eisenoxidrot-Pigmente der Marke Bayferrox®, die insbesondere von der Farben- und Lackindustrie nachgefragt werden, erweitern wir mit dem Bau eines neuen Werks in Ningbo in der ostchinesischen Provinz Zhejiang deutlich. Die Kapazität der nach modernsten Umweltstandards konzipierten Anlage ist zunächst auf 25.000 Jahrestonnen ausgelegt. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2013 vorgesehen, die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2015 geplant. Im Produktionsprozess kommt das von LANXESS weiterentwickelte Penniman-Verfahren zum Einsatz, das sich durch besondere Energieeffizienz auszeichnet. Eine optimierte Wasseraufbereitung und Abgasreinigung stellen die besondere Umweltverträglichkeit der Neuanlage sicher. Mit unserer Investition von 55 Millionen Euro werden wir rund 150 neue Arbeitsplätze schaffen.

Ebenso investierten wir im weltweit größten Werk für Eisenoxid- und Chromoxidpigmente in Krefeld-Uerdingen 1,6 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Wasseraufbereitungsanlage. Die bei der Produktion anfallenden Abwasserströme werden nachhaltig im Kochverfahren aufbereitet, um so Eisenoxidpigmente aus dem Brauchwasser zurückzugewinnen. Wir leiten damit nicht nur das Brauchwasser wesentlich sauberer in den Rhein zurück, als wir es ursprünglich entnommen haben, sondern erhöhen gleichzeitig auch unsere Pigmentausbeute. Parallel wurde auch die Synthesekapazität der Schwarz- und Rotpigmente des Sortiments Bayferrox® erhöht.

Flammschutzmittel – das Plus an Sicherheit

Den Megatrend Urbanisierung bedienen wir auch mit Produkten unserer Business Unit Functional Chemicals, wie zum Beispiel einem breiten Spektrum an Flammschutzmitteln für die Polyurethan-Industrie. So ermöglichen es unsere Flammschutzmittel der Reihe Levagard®, die unübertroffenen wärmedämmenden Eigenschaften von PU-Hartschaumstoffen mit den kontinuierlich steigenden Anforderungen des Brandschutzes zu verbinden. Eine Beschichtung mit Bayfomox® wiederum verleiht PU-Dämmplatten in nur einem Fertigungsschritt gleich drei wichtige Eigenschaften, für die bislang mehrere separate Arbeitsgänge erforderlich waren: gute thermische Isolierung, hoher Feuerwiderstand und eine ausgezeichnete akustische Dämmung. Wo energieeffizient und sicher gebaut wird, steckt oft auch ein Stück LANXESS in Fußboden, Wand oder Dach.

Megatrend Wasser bietet hohes Wachstumspotenzial

Nutzbares Wasser ist einer der wertvollsten Rohstoffe überhaupt: Selbst dort, wo es eigentlich in ausreichender Menge zur Verfügung steht, kann Wasser aufgrund zu hoher Verunreinigungen oft nicht genutzt werden. Auch hochmoderne Verfahren in der Industrie, beispielsweise in der Stromerzeugung, können ohne Reinstwasser nicht sicher und wirtschaftlich durchgeführt werden. Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung und Klimawandel werden die Versorgungslage in den kommenden Jahrzehnten noch einmal deutlich verschärfen: Studien zufolge wird der Bedarf an sauberem Wasser im Jahr 2030 das derzeit verfügbare Angebot um etwa 40 Prozent übersteigen. Produkte zur Wasseraufbereitung gewinnen entsprechend stetig an Bedeutung – und damit auch die Aktivitäten unserer Business Unit Ion Exchange Resins.

Membran-Filtrationselemente erfolgreich eingeführt

Mit der Inbetriebnahme eines Werks für Umkehrosmose-Membrantechnologie am Standort Bitterfeld haben wir im Jahr 2011 den Schritt zum Komplettanbieter im Geschäftsfeld Wasseraufbereitung vollzogen. Die dort produzierten Lewabrane®-Membranelemente ermöglichen es, ergänzend zu unseren bewährten Lewatit®-Ionenaustauschern, selbst kleinste Partikel und andere unerwünschte Stoffe wie Nitrate, Pestizide, Viren oder Bakterien aus dem Wasser herauszufiltern. Das derzeit vorrangige Einsatzgebiet unserer Produkte ist die Aufreinigung von Brackwasser, die in vielfältigen industriellen Anwendungen erforderlich ist – so zum Beispiel bei der Aufbereitung von Kreislaufwasser und Dampf in Kraftwerken und der Gewinnung von Reinstwasser für die Mikroelektronik-Branche. Die Herstellung der Membranelemente erfolgt unter Einsatz modernster Technologie, die wir teilweise in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg selbst entwickelt und umgesetzt haben.

Foto: Pigmentfläschchen
Mit ihren Ionenaustauschern und Membran-Filtrationselementen ist unsere Business Unit Ion Exchange Resins ein bedeutender Komplettanbieter von Produkten zur Wasseraufbereitung – einem weltweit dynamisch wachsenden Markt.

2012 stand ganz im Zeichen der Markteinführung unserer Lewabrane®-Membranelemente. Das Volumen des globalen Membranmarkts wird derzeit auf rund eine Milliarde Euro geschätzt – Tendenz steigend. Wir bieten unseren Kunden derzeit sieben universell einsetzbare Element-Typen an, die sich durch ein besonders hohes Rückhaltevermögen oder eine hohe Flussrate auszeichnen. Unser Portfolio werden wir systematisch um neue Produkte erweitern. So sollen die Membranelemente künftig auch genutzt werden, um Trinkwasser aus Brack- bzw. Meerwasser herzustellen. Wir rechnen damit, die Trinkwasserzulassung im Laufe des Jahres 2013 zu erhalten. Ergänzt wird unser Angebot für die industrielle Wasserbehandlung von der neuen Auslegungssoftware LewaPlusTM einem leistungsstarken Hilfsmittel für die Planung von kompletten Wasseraufbereitungssystemen mit unseren Ionenaustauscher-Harzen und Membranelementen.

Weitere Maßnahmen im internationalen Produktionsnetzwerk

Mit zwei großen Investitionsprojekten stellt unsere Business Unit Leather wichtige Weichen für ihr künftiges Wachstum, insbesondere in den BRICS-Staaten.

China ist der weltweit größte Markt für Lederchemikalien. In Changzhou in der Provinz Jiangsu (China) soll eine neue Anlage ab der ersten Jahreshälfte 2013 Premium-Lederchemikalien wie Tanigan®, Isoderm®, Euderm® und Levotan® produzieren. Die mit modernster Technologie arbeitende Anlage wird über eine Jahreskapazität von bis zu 50.000 Tonnen verfügen. Besonderes Augenmerk legen wir auch auf umweltfreundliche Prozesse: So ist die Anlage auf Abwasserminimierung ausgelegt und wird zum Teil mit regenerativer Energie aus Geothermie und Solarzellen versorgt. Mit der Investition in Höhe von 30 Millionen Euro schaffen wir rund 100 neue Arbeitsplätze.

Am südafrikanischen Standort Newcastle investieren wir in unserem hochmodernen Werk zur Produktion von Natriumdichromat, das unter anderem zu Chromgerbstoffen für die globale Lederindustrie weiterverarbeitet wird, 40 Millionen Euro in den Bau einer Aufbereitungsanlage für hochkonzentriertes CO2. Mit dem Bau der Anlage haben wir im ersten Quartal 2012 begonnen, ihre Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte des Jahres 2013 geplant. Die Investition macht uns unabhängig von der Lieferfähigkeit externer Lieferanten, die derzeit noch die Versorgung mit CO2 leisten. Zudem ermöglicht das Projekt nicht nur die bestmögliche Kapazitätsauslastung des Werks, sondern legt auch die Basis für künftige Produktionserweiterungen. Indem wir die Abluft aus der Dampferzeugung des Werks auffangen und zur Deckung unseres CO2-Bedarfs nutzen, können wir die CO2-Emissionen am Standort trotz der höheren Auslastung um rund ein Viertel reduzieren.

Eine Kapazitätserhöhung um 10 Prozent nahm unsere Business Unit Functional Chemicals in ihrem Produktionsnetzwerk für Phosphorchemikalien am Standort Leverkusen vor. Dieser Verbund zählt zu den weltweit größten seiner Art und ist der Garant für eine effiziente Produktion, globale Verfügbarkeit und hohe Liefersicherheit. Im Zuge der Investition in Höhe von rund 5 Millionen Euro konnten wir auch die Logistikkonzepte für die Abfüllung mit dem Resultat einer höheren Flexibilität verbessern.

„Grüne Chemie“ in vielen Facetten

Foto: Lederanhänger
Unsere Business Unit Leather zählt zu den innovationsstärksten Anbietern auf dem Markt für Lederchemikalien. Mit zwei großen Investitionsprojekten in China und Südafrika stellt sie derzeit wichtige Weichen für ihr künftiges Wachstum.

Eine bedeutende neue Anwendungsmöglichkeit für ihr bewährtes Produkt Velcorin® eröffnet sich unserer Business Unit Material Protection Products: Mitte 2012 gab die Europäische Union grünes Licht für den Einsatz von Velcorin® in Weinen mit einem Zuckergehalt von weniger als fünf Gramm pro Liter und komplettierte damit die Zulassung auch für die klassischen trockenen Weine. Velcorin® schützt Wein bei dessen Herstellung vor mikrobiologischem Befall durch unerwünschte Mikroorganismen und somit vor dem Verderb – ohne die sensorischen Eigenschaften, den Geruch oder die Farbe zu beeinflussen. Der Einsatz von Velcorin® ist als önologisches Verfahren in den modernen Weinbauländern außerhalb der EU bereits seit Jahren erfolgreich in vielfältigen Anwendungen erprobt. Weitere wichtige Anwendungsgebiete sind fruchtsafthaltige Getränke, Eistees, aromatisierte Wässer und isotonische Sportgetränke.

Biogas spielt als einer der wenigen speicherbaren erneuerbaren Energieträger eine wichtige Rolle bei der Realisierung der Energiewende. Ungereinigt enthält es jedoch giftigen, geruchsintensiven und korrosiv wirkenden Schwefelwasserstoff. Mit dem hochwirksamen synthetischen Eisenoxid Bayoxide® E 16 bietet Inorganic Pigments nun eine kosteneffiziente und nachhaltige Alternative für die Entschwefelung von Biogas. Eisenoxid ist kein Gefahrstoff, nicht wassergefährdend und kann mit einfachen Mitteln ohne teure Dosieranlage gehandhabt werden. Zudem ruft es keine Korrosionsschäden an der Anlage hervor. Bayoxide® E 16 entfernt den Schwefelwasserstoff im Fermenter so effektiv, dass das entstehende Biogas in der Regel direkt verwendet werden kann. Die bei der Entschwefelung entstehenden Rückstände, Eisensulfid und Schwefel, können als natürliche Bodenbestandteile wiederum zusammen mit dem Gärrückstand als Dünger auf Felder und Äcker ausgebracht werden.

Mit dem Erwerb einer 3,4-prozentigen Minderheitsbeteiligung haben wir unsere strategische Partnerschaft mit der US-amerikanischen BioAmber Inc. auf eine neue Stufe gehoben. BioAmber errichtet derzeit im kanadischen Sarnia eine Anlage zur Herstellung von Bernsteinsäure aus erneuerbaren Rohstoffen. Das dabei angewandte Fermentationsverfahren erfordert weniger Energie, ist kostengünstiger und weist eine bessere CO2-Bilanz auf als die konventionelle Herstellung von Bernsteinsäure mit fossilen Rohstoffen. Im Zuge unseres Engagements für die „Grüne Chemie“ hat die Business Unit Functional Chemicals auf Basis der Bernsteinsäure von BioAmber eine Produktfamilie neuer phthalatfreier Weichmacher entwickelt, die mit Reststoffen aus der Landwirtschaft und Zuckerrohrproduktion erzeugt werden. Vier im Verlauf des Jahres 2012 an mehr als 200 Kunden aus diversen Industrien verteilte Versuchsprodukte stießen auf reges Interesse und generierten zahlreiche spezifische Kundenprojekte. Wir rechnen damit, bereits kurz nach der Fertigstellung des Werks in Sarnia kommerzielle Mengen unserer neuen Weichmacher vermarkten zu können.

Einen wichtigen Fortschritt im Rahmen ihrer zukunftsweisenden Initiative „Sustainable Leather Management“ erzielte unsere Business Unit Leather mit dem neuen Breitbandfungizid Preventol® U-Tec G. Dieses erlaubt schon in niedriger Dosierung, Leder zuverlässig zu konservieren, das mit unserer neuen X-Tan®-Technologie gegerbt wurde. Die organisch gegerbten, als „X-Whites“ bezeichneten Häute lassen sich damit deutlich länger als bisher lagern, ohne von schädlichen Mikroorganismen – speziell Schimmelpilzen – befallen zu werden. Ganz im Sinne der Philosophie des „Sustainable Leather Management“ ist Preventol® U-Tec G in Kläranlagen biologisch abbaubar.

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