Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Der demografischen Herausforderung aktiv begegnen

Vor dem Hintergrund der demografischen Herausforderung hatten wir 2009 – in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern und gemäß dem Chemie-Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ – unter dem Namen XCare ein umfangreiches Demografiekonzept für unsere deutschen Gesellschaften ins Leben gerufen. Dessen Schwerpunkte lagen 2012 insbesondere auf den Themen Gesundheitsmanagement und Vorsorge sowie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ziel der Initiative ist es, Antworten auf die Herausforderungen eines steigenden Durchschnittsalters unserer Mitarbeiterschaft bei gleichzeitiger Verknappung junger Nachwuchskräfte zu finden.

Basis des Projekts XCare war zunächst eine umfangreiche Demografieanalyse für die gesamte Organisation, aus der die folgenden fünf Handlungsfelder abgeleitet wurden: „Mensch & Gesundheit“, „Arbeit & Qualifizierung“, „Zeit & Organisation“, „Beruf & Familienleben“ sowie „Sparen & Vorsorgen“.

So war ein Aspekt im Bereich „Arbeit & Qualifizierung“ die Analyse unserer Nachwuchszahlen unter demografischen Gesichtspunkten, aus der u. a. die Entscheidung resultierte, unser Angebot im Bereich der beruflichen Erstausbildung auszubauen. Bis 2015 werden wir an unseren verschiedenen Standorten in Deutschland rund 600 Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Ausbildung

Im Berichtsjahr 2012 nahmen 140 junge Menschen (108 Männer und 32 Frauen) die Möglichkeit wahr, ihre Ausbildung in einem von 16 technischen, kaufmännischen oder naturwissenschaftlichen Berufen bei LANXESS zu beginnen. Daneben bilden wir derzeit 26 Teilnehmer in vier dualen Studiengängen aus. Für das Jahr 2013 planen wir, die dualen Studiengänge im Bereich der Ingenieurwissenschaften zu erweitern. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mittelfristig 10 Prozent aller Ausbildungsstellen in Deutschland im Bereich der dualen Ausbildung anzubieten.

Mit insgesamt 386 Auszubildenden (Stichtag 31. Dezember 2012) in derzeit 16 unterschiedlichen Berufsbildern bildet LANXESS auch weiterhin über den eigenen Bedarf hinaus aus. Im Geschäftsjahr 2012 haben wir in Deutschland mehr als 50 Prozent der Ausbildungsprüflinge auf befristete und unbefristete Stellen übernommen.

Die Ausbildung junger Menschen hat für uns sowohl als Beitrag zur Zukunftssicherung des Unternehmens als auch im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung von jeher einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2012 verstärkten wir nochmals unsere Aktivitäten im Bereich des Ausbildungsmarketings in unterschiedlichen Medien und beteiligten uns regional an allen wichtigen Ausbildungsmessen sowie Besuchen in Schulen. Mit eigenen Events wie „NeXt Azubi“ sprechen wir darüber hinaus gezielt interessierte junge Menschen an und geben ihnen wertvolle Orientierungshilfe für ihre spätere Berufswahl. Erstmals haben wir uns im April 2012 in Deutschland am bundesweiten Aktionstag „Girls’ Day“ beteiligt und interessierten Mädchen vertiefte Einblicke in technische Arbeitsfelder unseres Unternehmens ermöglicht. Mit unserem Einstiegsqualifizierungsprogramm „XOnce“ geben wir darüber hinaus jungen Menschen mit fehlender Ausbildungsreife in einer einjährigen Fördermaßnahme eine sinnvolle Hilfestellung auf dem Weg in die spätere Ausbildung.

Demografiemanagement

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt innerhalb unseres deutschen Demografieprojekts XCare bleibt unverändert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es zeigt sich, dass dieses Thema für eine steigende Zahl von Mitarbeitern von Bedeutung ist. 5,3 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren machten in Deutschland von der Möglichkeit der Elternzeit zeitweilig Gebrauch, davon fast 46 Prozent Väter. Zur Unterstützung von Eltern bei der Suche nach einer Kinderbetreuung haben wir 2011 damit begonnen, unseren Mitarbeitern angesichts des für 2013 geplanten Umzugs unserer Konzernzentrale nach Köln Belegplätze in Kölner Kindertagesstätten anzubieten. Darüber hinaus wird seit November 2012 ein betriebsnaher Kindergarten am Standort Leverkusen gebaut.

Eine entscheidende Rolle im Handlungsfeld „Beruf & Familienleben“ spielt auch das Thema Pflege. Unser Ziel ist es, Mitarbeiter bei der Pflege von Angehörigen zeitlich oder finanziell zu unterstützen. In Anlehnung an das Familienpflegezeitgesetz der deutschen Bundesregierung, das Anfang 2012 in Kraft trat, hatten wir gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern als eines der ersten Unternehmen eine umfangreiche Vereinbarung über ein mehrstufiges Pflegemodell abgeschlossen, das neben der Beratung durch einen externen Dienstleister und die bezahlte kurzfristige Freistellung auch eine individuell vereinbarte Pflege-Teilzeit vorsieht. Dieses Modell ergänzten wir im Berichtszeitraum mit zwei weiteren Modulen: ein Pflegedarlehen zu vergünstigten Konditionen und die von einem externen Dienstleister unterstützte Vermittlung eines Pflegeplatzes im Umfeld aller unserer deutschen Standorte. Insgesamt fanden 2012 mehr als 60 Informationsrunden an unseren Standorten in Deutschland statt.

Kernstück des Programms bleibt die Pflegezeit, die es unseren Mitarbeitern ermöglicht, während der Pflegephase die Arbeitszeit stärker als das Entgelt zu reduzieren und die dem Entgelt entsprechende Arbeitszeit in der Rückkehrphase nachzuarbeiten. Pflegezeit und Freistellungen wurden inzwischen von 17 Mitarbeitern in Anspruch genommen. Aufgrund des großen Interesses an Beratungen und weiteren Informationen zum Thema erwarten wir hier in den kommenden Monaten eine steigende Nachfrage.

Gesundheit und Vorsorge

Im Handlungsfeld „Mensch & Gesundheit“ haben wir im Berichtsjahr ebenfalls die Kommunikation intensiviert und neue Projekte ins Leben gerufen. Unser übergeordnetes Ziel ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und zu einem gesundheitsgerechten Verhalten sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit zu motivieren. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst, Arbeitsplätze unter Einbindung der jeweils betroffenen Mitarbeiter und Führungskräfte möglichst gesundheitsgerecht zu gestalten, setzen daneben aber auch auf die Eigenverantwortung unserer Belegschaft. In Deutschland basieren sowohl unser Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) als auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) auf entsprechenden Betriebsvereinbarungen mit den Arbeitnehmervertretungen.

Im Rahmen unseres BEM unterstützen wir seit kurzem ganz individuell Mitarbeiter, die bereits erkrankt sind oder in den letzten zwölf Monaten länger krankheitsbedingt abwesend waren. Dazu nahmen bereits 2011 an allen unseren deutschen Standorten sogenannte Betriebliche Eingliederungs-Teams (BEM-Teams) – bestehend aus BEM-Beauftragten und Arbeitnehmervertretern – ihre Arbeit auf.

Im Bereich des BGM haben neben den bisherigen Pilotbetrieben weitere Betriebe erste Schritte zur Einführung eines BGM auf den Weg gebracht. Ein weiterer Roll-out ist im Laufe des Geschäftsjahres 2013 geplant. Die Projekte werden in der Regel von paritätisch besetzten Arbeitskreisen gesteuert, die die jeweilige Gesundheitssituation analysieren und partizipative Handlungsmodelle entwickeln. Gegenstand der Projekte sind beispielsweise Führungskräfte-Workshops und Präventionskonzepte, aber auch Ergonomieberatungen in Handwerkerbetrieben, Raucherentwöhnungen oder Ernährungsprogramme für Schichtmitarbeiter.

Wie die Erfahrungen aus den Pilotbetrieben zeigen, nehmen unsere Mitarbeiter insbesondere das Angebot an, sich persönlich zu ihrem Gesundheitszustand und einem eventuell bestehenden Präventionsbedarf beraten zu lassen. Aufbauend auf dieser Sensibilisierung und dem Wissen um die eigene Gesundheit stoßen auch die jeweiligen Folgeangebote auf gute Resonanz. Speziell für die Gruppe des Top-Managements gibt es darüber hinaus ein besonderes Angebot von Vorsorgeuntersuchungen, zu dem rund 500 Anspruchsberechtigte regelmäßig eingeladen werden.

Im Handlungsfeld „Sparen & Vorsorgen“ vereinbarten wir 2012 mit den Arbeitnehmervertretern in Deutschland weitere Dotierungsmöglichkeiten für das Langzeitkonto, wie beispielsweise die Einbringung des Demografiebetrags II, eine Vereinbarung aus der Tarifrunde 2012. Daneben führen wir zu Beginn des Jahres 2013 nun auch für alle Tarifmitarbeiter in Deutschland eine umfangreiche Unfallversicherung ein, die sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich abdeckt und weltweit gilt.

Alle Leistungen bezüglich Beruf und Familie, Gesundheit und Altersversorgung gelten für die hier jeweils durchgehend betrachtete Stammbelegschaft. Die einzelnen Leistungen sind dabei in den Regionen teilweise unterschiedlich ausgestaltet und lokal an die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter angepasst. Für 78 Prozent unserer Mitarbeiter weltweit sind Systeme zur variablen Vergütung implementiert.

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