Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Ökologische Verantwortung

Wir betrachten es als eines unserer zentralen Unternehmensziele, unsere Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Natürliche Ressourcen beispielsweise durch einen möglichst effizienten Einsatz von Rohstoffen und Energien zu schonen und weitere Potenziale zur Reduzierung von Emissionen und Abfällen zu identifizieren, verstehen wir als ständige Aufgabe im Rahmen unserer ökologischen Verantwortung und Kompetenz.

Es ist festes Element unserer Strategie, alle neuen Produktionsstandorte unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen nach modernsten Umweltstandards auszurüsten. Damit heben wir uns häufig von vielen lokalen Wettbewerbern ab. Ein Beispiel ist die Eröffnung unserer Wasseraufbereitungsanlage in Nagda (Indien).

Umweltschutz im Umfeld unserer Produktionsstandorte

In näherer und mittlerer Entfernung zu unseren europäischen Liegenschaften befindet sich eine Vielzahl von Schutzgebieten nach den Kriterien der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Sowohl im ordnungsgemäßen Betrieb als auch bei plan- bzw. außerplanmäßigen Stillständen unserer Produktionsanlagen sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Biodiversität zu erwarten. Obwohl derzeit keine Maßnahmen erforderlich sind, die über die jeweiligen lokalen Genehmigungsanforderungen hinausgehen, führen wir zunächst an unseren europäischen Standorten weitere Detailauswertungen durch. Informationen zu Schutzgebieten über unsere nicht europäischen Standorte wurden im Rahmen der erforderlichen Genehmigungsverfahren berücksichtigt.

Unsere industriell genutzten Liegenschaften selbst umfassen grundsätzlich keine geschützten oder wiederhergestellten natürlichen Lebensräume, da die Flächen in der Regel weiter industriell genutzt werden. Auf ungenutzten Flächen außerhalb von Betriebsgeländen bestehen zum Teil naturnahe Räume, zum Beispiel im französischen La Wantzenau oder in Duque de Caxias (Brasilien). Vereinzelt leben geschützte Tierarten, wie beispielsweise Wasserschweine, auf Flächen und in Gewässern an unseren Standorten. Rekultivierungen von Deponien finden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen statt. Rekultivierte Grundstücke werden jedoch nicht zwingend wieder zu natürlichen Lebensräumen. Die Rückstellungen für Umweltschutz bei LANXESS beziehen sich vorwiegend auf Altlasten in Boden und Grundwasser, die keine Gebiete mit Schutzstatus sind, sondern Industrieflächen.

Fortschritte beim Klimaschutz

Als eine treibende Kraft in der Chemie tragen wir mit einer Vielzahl zukunftsweisender technischer Lösungen dazu bei, die Emission von Treibhausgasen zu mindern oder sogar ganz zu vermeiden.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, sowohl den spezifischen Energieverbrauch als auch die spezifischen CO2e-Emissionen jedes unserer Geschäftssegmente bis zum Jahr 2015 um 10 Prozent zu senken (Basisjahr: 2010). Unsere Maßnahmen erstrecken sich dabei über die gesamten Wertschöpfungsprozesse – von der Energiegewinnung über die Produktionsprozesse und den Transport bis hin zur Entsorgung von Rückständen.

Systematisches Energiemanagement

Ressourcen- und Energieeffizienz sind zentrale Faktoren sowohl für die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens als auch für den Klima- und Umweltschutz. Vor diesem Hintergrund begannen wir 2010, ein Energiemanagementsystem auf Basis der ISO 50001 zu implementieren. Die durchgängige Systematik und hohe Transparenz eines gut strukturierten operativen Energiemanagements sollen uns helfen, Ressourcen zu schonen, Energiekosten zu reduzieren und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu verbessern.

Unser Fokus lag dabei zunächst auf den Produktionsbereichen in Deutschland, die wir 2012 auch in das interne Auditmanagement bezüglich ISO 50001 integrierten. Die im Februar 2012 in Kraft gesetzte LANXESS Richtlinie zum Energiemanagement legt die entsprechenden weltweit gültigen Standards fest. Ende 2012 konnten wir die Implementierung des Energiemanagementsystems in den deutschen Produktionsbereichen erfolgreich abschließen. Als erster LANXESS Produktionsbetrieb wurde die IAB GmbH in Bitterfeld 2012 nach der ISO 50001 zertifiziert – unsere weiteren deutschen Betriebe sollen 2013 folgen. Mit der Einführung des Energiemanagementsystems in unseren internationalen Produktionsbereichen haben wir ebenfalls bereits begonnen und werden diese 2013 weiter vorantreiben.

Zur Umsetzung des Energiemanagements auf der betrieblichen Ebene wurde für jede Business Unit ein Energiebeauftragter mit globaler Verantwortung benannt sowie betriebliche Energieteams für die deutschen Produktionsbereiche zusammengestellt.

Vor dem Hintergrund unseres Energieziels und aufbauend auf den Strukturen des LANXESS Energiemanagementsystems entwickelten wir 2012 unternehmensweit unsere systematischen Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz weiter. So bewerteten die Business Units bereits vorhandene und potenzielle Effizienzsteigerungsmaßnahmen bezüglich ihres Einsparpotenzials von indirekten Treibhausgasemissionen und Energiekosten sowie im Hinblick auf ihren Investitionsbedarf und ihre technische Machbarkeit.

Alle Einsparmaßnahmen bündeln wir seit 2012 im LANXESS Energy Efficiency Programme (LEEP). So soll ein unternehmensweiter Überblick über Einsparmöglichkeiten, die Kosten ihrer Umsetzung und ihren Einfluss auf unsere Energieziele entstehen. Die Identifikation neuer Maßnahmen wird durch ein neu gegründetes Team von Energieexperten der Group Function Innovation & Technology unterstützt. Typische Verbesserungsmaßnahmen betreffen die Betriebsweise und die vorhandene Technik, aber auch die verfahrenstechnische Neugestaltung von Teilanlagen.

Nennenswerte Potenziale zur Steigerung unserer Energieeffizienz sehen wir insbesondere noch bei der möglichst präzisen Abstimmung unserer Erzeugungskapazitäten an die Nachfrage, bei der Restwärmenutzung, der Kälteerzeugung und ganz allgemein durch die Übertragung von Best Practices innerhalb des Konzerns. So haben wir beispielsweise allein im Jahr 2010 gleich vier hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen an unseren Standorten Porto Feliz (Brasilien), Nagda und Jhagadia (Indien) sowie Zwijndrecht (Belgien) in Betrieb genommen.

Energieeinsatz bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Energieeinsatz bezogen auf verkaufte Menge

2012 verzeichneten wir einen Anstieg der verkauften Menge um ca. 2,5 Prozent. Dies bewirkte auch einen Anstieg des absoluten Energieeinsatzes um ca. 3 Prozent (siehe auch Tabelle „Umwelt- und Sicherheitskennzahlen“). Der spezifische Energieeinsatz (Energieeinsatz bezogen auf die verkaufte Menge) verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang.

Energieeinsatz pro Segment
Grafik: Energieeinsatz pro Segment

In unseren Bestrebungen, den spezifischen Energieeinsatz pro Segment zu reduzieren, konnten wir gegenüber dem Vorjahr nur kleine Fortschritte erzielen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die kontinuierliche Erweiterung unseres Produktportfolios durch Akquisitionen.

Senkung klimaschädlicher Emissionen

Nachdem wir unsere besonders klimabelastenden Lachgasemissionen nun schon mehrere Jahre zu einem überwiegenden Teil neutralisieren, sparten wir allein im Jahr 2012 1,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gegenüber 2007 ein. Es ist uns gelungen, unsere direkten Treibhausgasemissionen in diesem Zeitraum weltweit um rund 45 Prozent zu senken. Das in Deutschland gesetzte Ziel, den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2012 um 80 Prozent zu reduzieren, hatten wir bereits im Jahr 2009 erreicht und konnten dieses Niveau bis heute halten.

In der EU soll der Handel mit CO2-Emissionsrechten, sogenannten Zertifikaten, dafür sorgen, dass der Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 kosteneffizient vermindert wird. In Europa unterliegen 18 LANXESS Anlagen dem Emissionshandel (EU-ETS). Zur Durchführung des Emissionshandels in der Europäischen Union wurden drei Handelsperioden festgelegt. Die zweite Handelsperiode 2008 – 2012 ist nunmehr abgeschlossen, ohne dass wir zusätzliche Zertifikate hätten zukaufen müssen. Da alle unsere Anlagen dem Stand der Technik entsprechen und sich im internationalen Wettbewerb befinden, rechnen wir für das Jahr 2013 damit, ausreichend Zertifikate aus der kostenlosen Zuteilung zu erhalten, um erwartete CO2-Emissionen decken zu können.

Scope-1-Emissionen umfassen direkte Emissionen aus der Produktion und der eigenen Energieerzeugung. Bei Scope 2 handelt es sich um indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie. In den folgenden Grafiken sind die Entwicklungen der spezifischen Scope-1- und Scope- 2-Werte für LANXESS dargestellt.

Treibhausgasemissionen (Scope 1) bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Treibhausgasemissionen (Scope 1) bezogen auf verkaufte Menge
Treibhausgasemissionen (Scope 2) bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Treibhausgasemissionen (Scope 2) bezogen auf verkaufte Menge
Treibhausgasemissionen (Scope 1) pro Segment
Grafik: Treibhausgasemissionen (Scope 1) pro Segment

Im Vergleich zum Basisjahr 2010 sind die Scope-1-Emissionen in unseren Segmenten Advanced Intermediates und Performance Chemicals leicht gefallen. Im Segment Performance Polymers ist nach einem leichten Anstieg im Jahr 2011 das Niveau des Basisjahres wieder erreicht.

Nachhaltige Logistik

Wir sind bestrebt, die aus der Logistik resultierenden Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten. Einen wesentlichen Schlüssel dazu sehen wir darin, die Transportalternativen Schiene, Binnen- bzw. Seeschifffahrt und Straße intelligent zu kombinieren.

Unsere Transportlösungen wählen wir individuell nach den Prinzipien Sicherheit, Pünktlichkeit, Kosteneffizienz und CO2-Reduktion aus. Ein 2012 neu eingeführtes CO2-Monitoring-Dashboard ermöglicht es uns, Kosten und mögliche CO2-Einsparpotenziale einer Transportlösung gegenüberzustellen und auf diese Weise eine wirksame Strategie zur Emissionsreduzierung in unserer Lieferkette zu entwickeln. Zudem führt das Dashboard unseren einkaufenden und disponierenden Mitarbeitern anschaulich die Entwicklung unserer transportbedingten CO2-Emissionen vor Augen und schärft so ihr Bewusstsein für diese Thematik.

In unserer Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern achten wir darauf, dass diese den besonderen Herausforderungen der Chemie-Logistik gewachsen sind, und bevorzugen jene, die unseren Anspruch an nachhaltige und kostenbewusste Transportkonzepte teilen und weiterentwickeln. Hierzu zählen die Verwendung leichten und verbrauchsreduzierenden Equipments ebenso wie die Entwicklung von Konzepten, mit denen das Transportaufkommen minimiert werden kann. Darüber hinaus beteiligen wir uns auch aktiv an verschiedenen nationalen und internationalen Initiativen, die sich mit nachhaltiger Logistik und Infrastruktur beschäftigen.

Für unseren Gütertransport auf der Schiene nutzen wir in Deutschland weiterhin das vom TÜV SÜD geprüfte Eco-Plus-Angebot des Logistikunternehmens DB Schenker Rail. Die für den Transport benötigte Strommenge wird dabei aus regenerativen Energiequellen bezogen. Auf diese Weise können wir unsere CO2-Emissionen im nationalen Schienentransport um fast 75 Prozent reduzieren. Daneben haben wir im Berichtsjahr Dormagen als zweiten Standort nach Krefeld-Uerdingen an unser Rail-Shuttle-Netz angebunden, über das wir unsere Produkte für die weltweite Verschiffung zu verschiedenen Seehäfen transportieren. Mit dem Rail-Shuttle sparen wir mittlerweile etwa 2.000 Lkw-Transporte pro Jahr ein. Insgesamt lassen wir in Europa jährlich etwa 375.000 Tonnen Chemikalien und Schüttgüter unter Nutzung der Schiene transportieren.

Carbon Disclosure Project

2012 nahmen wir erneut am Carbon Disclosure Project (CDP) teil und übermittelten Daten und Informationen zum Klimaschutz und zur Reduktion von Emissionen. Im Carbon Disclosure Project haben sich internationale institutionelle Investoren zusammengeschlossen, um in Fragen des Klimawandels und der dazugehörigen Unternehmensleitlinien Transparenz für den Finanzmarkt zu schaffen. Erstmals wurden wir 2012 in den Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) aufgenommen. Mit unserer transparenten Berichterstattung zum Thema Klimaschutz zählen wir unter 350 betrachteten Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum zu den Top 36. Zudem hob uns der „CDP Climate Change Report“ neben sechs anderen Unternehmen als Musterbeispiel für aktiven Klimaschutz hervor.

Carbon Footprints

Systematisch beschäftigen wir uns mit der Erstellung sogenannter Carbon Footprints für ausgewählte Produkte, um belastbare Informationen zu den Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus dieser Produkte zu erhalten und so neue Erkenntnisse über weitere Reduktionspotenziale zu gewinnen. Aus demselben Grund führen wir auch Untersuchungen zum Life-Cycle-Assessment bestimmter Produkte weiter. Hier werden neben CO2 unter anderem auch Primärenergieverbrauch, Treibhaus- sowie Eutrophierungspotenzial betrachtet.

Weitere Emissionen in die Luft

Mit der NEC-Richtlinie (National Emission Ceiling) hat die Europäische Union nationale Emissionshöchstmengen für die Luftschadstoffe Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOX), Ammoniak (NH3) sowie für flüchtige organische Verbindungen (VOC) vorgeschrieben, die seit dem Jahr 2011 nicht mehr überschritten werden dürfen. Wir haben Standorte mit entsprechenden Emissionen gezielt überprüft, um mit unserem Beitrag die jeweiligen nationalen Programme zur Verbesserung der Luftqualität zu unterstützen.

VOC-Emissionen bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: VOC-Emissionen bezogen auf verkaufte Menge

Unsere VOC-Emissionen sind, bezogen auf die verkaufte Menge, im Berichtsjahr weiter gesunken. Dies ist unter anderem auf verschiedene Maßnahmen zurückzuführen, mit denen wir unser Umweltschutzziel „Reduktion der VOC-Emissionen um 30 Prozent bis 2015 (Basisjahr 2010)“ verfolgen. Der signifikante Anstieg unserer VOC-Emissionen von 2008 auf 2009 beruhte auf der damaligen Portfolioerweiterung insbesondere in Brasilien.

Lösungen für sauberes Wasser

Mit unseren innovativen Produkten und Technologien helfen wir Kunden weltweit dabei, Wasser zu reinigen, bedarfsgerecht aufzubereiten oder einzusparen. Auch in unseren eigenen Werken sorgen wir für einen effizienten Wassereinsatz.

Grundsätzlich unterliegen alle Abwasser- und Oberflächenwassereinleitungen an unseren Standorten gesetzlichen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen. Diesen entsprechen wir sowohl mit technischen (Abwasserbehandlung) als auch mit organisatorischen (Überwachung) Maßnahmen.

Vor der Erteilung einer Betriebsgenehmigung werden durch die Behörden mögliche wirtschaftliche, soziale und umweltrelevante Einflüsse von Wasserentnahmen auf das Umfeld geprüft. Diese finden an allen LANXESS Standorten unter genehmigten Bedingungen statt. Auch in unserem Umweltschutz-Compliance-Programm ist das Thema Wasserentnahmen berücksichtigt.

An unserem indischen Standort Nagda haben wir im Berichtsjahr eine neue Abwassernachbereitungsanlage eingeweiht. Sie bearbeitet das aus der bestehenden Abwasseraufbereitungsanlage abgeleitete Wasser so, dass praktisch kein Abwasser vom Standort abgeführt werden muss. Im Gegenteil: Das durch die Abwassernachbereitung wiedergewonnene Wasser können wir erneut für unsere Produktionsprozesse verwenden und so etwaige Engpässe bei der Wasserversorgung in den Sommermonaten überbrücken.

Wassereinsatz bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Wassereinsatz bezogen auf verkaufte Menge

Insgesamt zeigt sich im Gesamtwasserverbrauch, bezogen auf die verkaufte Menge, gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg. Dieser basiert hauptsächlich auf dem Anstieg des eingesetzten Kühlwassers, das nicht belastet ist und daher ohne Weiterbehandlung wieder abgegeben werden kann. Der Anteil des Prozesswassers konnte hingegen sogar leicht gesenkt werden.

Abwasser bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Abwasser bezogen auf verkaufte Menge

Auch bei der Menge der klärpflichtigen Abwässer haben wir, bezogen auf die verkaufe Menge unserer Produkte, über die Jahre hinweg ein relativ stabiles Niveau erreicht.

Nachhaltiges Abfallmanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit den Ressourcen ist uns ein wichtiges Anliegen. Ein konsequentes Stoffstrommanagement vom Rohstoffeinsatz bis zur Produktendfertigung soll gewährleisten, dass wir Ressourcen möglichst effizient nutzen und unsere Abfallmengen so gering wie möglich ausfallen. Abfälle sind zum Teil Sekundärrohstoffe und damit selbst eine wichtige Ressource. Nachhaltiges Abfallmanagement ist daher damit verbunden, Abfälle konsequent zu vermeiden und dort, wo das nicht möglich ist, als Rohstoff oder Energieträger einzusetzen. Um den Anteil an zu entsorgenden Abfällen möglichst gering zu halten, versuchen wir, unsere Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern.

Gesamtabfallerzeugung bezogen auf verkaufte Menge
Grafik: Gesamtabfallerzeugung bezogen auf verkaufte Menge

Die Gesamtmenge erzeugten Abfalls, bezogen auf die verkaufte Menge, hat sich gegenüber 2007 weltweit um ca. 16 Prozent reduziert. Rund 47 Prozent unserer Abfälle werden einer stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt. Dabei hat sich die stoffliche Verwertung gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozentpunkte erhöht. Etwas mehr als 50 Prozent unseres weltweiten Abfalls sind als gefährlich einzustufen.

Abfälle zur Entsorgung
Grafik: Abfälle zur Entsorgung

Systematische Erfassung von Kennzahlen

Um Kennzahlen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz weltweit systematisch zu erfassen, nutzen wir ein eigens entwickeltes elektronisches Datenerfassungssystem. Es ermöglicht uns, ein umfassendes Spektrum von „HSE Performance Indicators“ pro Business Unit und Standort weltweit zu ermitteln, die als valide Datenbasis für die interne und externe Berichterstattung genutzt werden und die Fortschritte abbilden, die wir bei unseren global gültigen HSEQ-Zielen (siehe Tabelle auf Seite 60 f.) erreichen. Die Datenerhebung erfolgt mit Ausnahme der Million-Arbeitsstunden-Quote (MAQ) nur an Produktionsstandorten, die zu über 50 Prozent zum Konzern gehören.

Wir sind uns bewusst, dass es eine große Herausforderung ist, standort- und regionenübergreifende Indikatoren festzulegen und allgemeinverbindlich durchzusetzen. Die Qualität der Daten konnten wir 2012 weiter verbessern, indem wir die Prozesse zur Datenerhebung weltweit einheitlich dokumentierten.

Für das Berichtsjahr 2012 hat die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unsere Datenerhebungsprozesse und unser Datenerfassungssystem im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung beurteilt und unsere HSE-Kennzahlen des Jahres 2012 mit dem Ziel geprüft, eine „begrenzte Prüfungssicherheit“ („limited assurance“) zu erlangen. Die Prüfbescheinigung ist im Abschnitt "Prüfbescheinigung HSEQ" einsehbar.

Umwelt- und Sicherheitskennzahlen
       
  2010 2011 2012*), c)
       
Sicherheit      
Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen von LANXESS Mitarbeitern (MAQ1)) 2,3b) 2,7b) 3,4c)
       
Verkaufte Menge2) in 1.000 Tonnen/Jahr 6.404a) 6.434a) 6.596c)
       
Energie in PJ (1015 Joule)3) 52,0b) 54,5d) 56,0c)
Direkte Energieträger (EN3)      
nicht erneuerbare 15 14 14
erneuerbare 0 0
Indirekte Energieträger (EN4)      
nicht erneuerbare 35 38d) 40
Weitere direkte Energieträger      
aus Biomasse 2,0a) 2,5 2,0
       
Wasser in 1.000.000 m3/Jahr      
Gesamtwasserentnahme (EN8) 292b) 292b) 309c)
Oberflächenwasser 127 135
Grundwasser 8 7
Regenwasser 0 0
Abwasser 1 2
Andere Wasserversoger 155 165
Menge Kühlwasser an Gesamtwasserentnahme4) 235b) 239b) 257c)
Menge Prozesswasser an Gesamtwasserentnahme 57b) 53b) 52c)
       
Luftemissionen in 1.000 Tonnen CO2e/Jahr      
Gesamte Treibhausgasemissionen (EN16) 4.556 4.804d) 4.981c)
direkt (Scope 1)5) 1.906b) 1.937d) 1.913
indirekt (Scope 2)6) 2.708 2.867d) 3.068
Ozon abbauende Stoffe (EN19) 0,00041 0,00071d) 0,00231c)
NOX, SOX und andere (EN20)      
NOX7) 2,6 2,8 2,4
SO28) 1,7 1,9 1,2
CO 2,1 3,0 2,1
NH3 0,2 0,2 0,1
NMVOC9) 8,0 7,8 7,6
       
Abwasser in 1.000.000 m3/Jahr      
Gesamte Abwassereinleitung (EN21) 266b) 272b) 291c)
Kühlwasser (unverschmutzt, ohne Klärung)4) 235b) 239b) 257
Produktionsabwässer (mit Klärung) 31b) 33b) 34
Emissionen ins Abwasser (nach Klärung)      
Gesamt-Stickstoff 0,54b) 0,54b) 0,53c)
Total Organic Carbon (TOC) 2,1b) 2,2b) 2,2c)
Schwermetalle10) 0,0047a) 0,0045a) 0,0060c)
       
Abfall in 1.000 Tonnen/Jahr      
Gesamtgewicht des Abfalls (EN22) 259b) 267b) 283c)
Verbrennung mit energetischer Verwertung 70 68
Verbrennung ohne energetische Verwertung 89 24 22
Deponierung 96 93 111
Stoffliche Verwertung 47 64
Sonstige Entsorgung 33 18
Art des Abfalls      
gefährlich 141b) 143b) 153c)
nicht gefährlich 118b) 124b) 130c)
Erläuternde Angaben zu den Umwelt- und Sicherheitskennzahlen
*) Die aggregierten Daten beziehen sich auf alle LANXESS Produktionsstandorte, die zu mehr als 50 % zum Konzern gehören. Folgende Standorte sind aufgrund der neuen LANXESS Zugehörigkeit noch nicht mit erfasst: Little Rock und Gastonia (beide USA) sowie Brilon in Deutschland. 2010/2011: Aufgrund eingeschränkter Erfassungs- und Kontrollmöglichkeiten und der damit verbundenen Schätzungen ist die Datenbasis teilweise mit Unsicherheiten behaftet. 2012: Die Daten basieren auf Ist-Zahlen für die Monate Januar – Oktober. Für die Monate November und Dezember wurden geeignete Schätzverfahren verwendet.
Weitere Erläuterungen zur Datenqualität:
• Die verwendeten Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe beruhen auf Berechnungen der US EPA (AP-42 des Jahres 1998) sowie den IPCC Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories (2006).
• Die Faktoren zur Berechnung der CO2e beruhen, gemäß der Vorgabe des GHG Protocol (2004), auf dem Global Warming Potential (Zeithorizont: 100 Jahre) des Second Assessment Report (SAR 1995) des IPCC.
1) MAQ = Million-Arbeitsstunden-Quote, Anzahl der Unfälle per 1 Mio. Arbeitsstunden ab 1 Tag; Ausfall ohne Unfalltag, bezogen auf alle Mitarbeiter (inkl. Leiharbeiter) an allen Standorten.
2) Verkaufte Menge eigens erzeugter Waren, die intern an eine andere LANXESS Gesellschaft oder extern verkauft wurden (exklusive Handelsware).
3) Die angegebene Energiemenge wurde unter vereinfachenden Annahmen errechnet und basiert auf typischen Stoffwerten. Nicht enthalten sind andere Formen importierter Energie (z. B. in Rohstoffen enthaltene Energien).
4) Entspricht Durchlaufkühlwasser.
5) Alle Scope-1-Treibhausgase sind berechnet als CO2-Äquivalente (CO2e). Gemäß GHG Protocol werden die CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse separat ausgewiesen und sind nicht in den Scope-1-Emissionen enthalten. Im Berichtszeitraum sind hierbei folgende Emissionen angefallen: 2010: 153 kt CO2, 2011: 240 kt CO2, 2012: 225 kt CO2.
6) Alle Scope-2-Treibhausgase sind berechnet als CO2e. Die Umrechnungsfaktoren wurden von den Energieerzeugern für 2008 oder 2009 angegeben. Dort, wo Angaben fehlten, wurden Faktoren aus dem Jahr 2009 der IEA (International Energy Agency) für die Geschäftsjahre 2010/2011 und die Faktoren aus dem Jahr 2010 für das Geschäftsjahr 2012 zugrunde gelegt.
7) Stickoxide (NOX) berechnet als NO2 (ohne N2O; Lachgas).
8) Schwefeldioxid (SO2) + SO3 berechnet als SO2.
9) Summe VOC ohne Methan und Aceton (flüchtige organische Verbindungen).
10) Schwermetalle sind Arsen, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Nickel, Blei, Zinn, Zink.
a) Kennzahl wurde durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit unterzogen (limited assurance).
b) Kennzahl wurde durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer betriebswirtschaftlichen Prüfung mit hinreichender Sicherheit unterzogen (reasonable assurance).
c) Kennzahl wurde durch die PwC AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit unterzogen (limited assurance).
d) Korrigierter Wert gegenüber dem im Vorjahr publizierten Wert.

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