Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Globale Produktverantwortung aktiv wahrnehmen

Die Produktverantwortung betrifft die sichere Handhabung chemischer Stoffe und Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Globale Standards zur Wahrnehmung der Produktverantwortung zu etablieren und damit die Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu minimieren, sind die wesentlichen Ziele der vom International Council of Chemical Associations (ICCA) im Jahr 2006 ins Leben gerufenen „Global Product Strategy (GPS)“-Initiative. Wir haben uns gemäß Responsible Care Global Charter als Teil der GPS-Initiative verpflichtet, unsere Produkte so herzustellen und zu vermarkten, dass Schäden für Mensch und Umwelt vermieden werden. Von der Forschung und Entwicklung über die Produktion, die Lagerung, den Transport und die Weiterverarbeitung bis zur Entsorgung: Auf allen Stufen der Lieferkette messen wir der Produktsicherheit höchste Bedeutung bei.

Unsere „Richtlinie Produktsicherheitsmanagement bei LANXESS“ regelt konzernweit, wie die Produktverantwortung entlang des gesamten Produktlebenszyklus wahrgenommen werden soll, und stellt die dafür notwendige Zusammenarbeit aller Beteiligten in der Versorgungskette sicher. Mit der internen Richtlinie „Zentrale Produktbeobachtung“ steuern wir die weltweite Überwachung der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen von Rohstoffen und Produkten. In unserem Produktportfolio befinden sich unter anderem Substanzen, die als gefährlich einzustufen sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir die Eigenschaften der Stoffe systematisch und weisen unsere Kunden auf die mit der Verwendung einhergehenden Risiken hin.

Management von Chemikalienkontrollregelungen

Zeitplan für die Umsetzung von REACH
Grafik: Zeitplan für die Umsetzung von REACH

Weltweit existiert eine Vielzahl von Chemikalienkontrollregelungen zur Registrierung, Kennzeichnung und zum Inverkehrbringen von Stoffen und Gemischen. Diese einzuhalten, ist Voraussetzung für die sichere Handhabung, Vertriebsfähigkeit und den sicheren Transport unserer Chemikalien und Produkte.

Für das Management der unterschiedlichen Anforderungen an diese Kontrollregelungen und ihre Einhaltung verfügt LANXESS über eine weltweite Organisation. Unterstützt wird diese von einem global einsetzbaren elektronischen Sicherheitsdatensystem, das unseren Kunden sogenannte Sicherheitsdatenblätter in mehr als 30 Sprachen zur Verfügung stellt und nationale Sicherheitsinformationssysteme mit weltweit einheitlichen Stoffdaten sowie kontinuierlich aktualisierten Dokumenten versorgt. Sicherheitsdatenblätter dienen dem gewerblichen Verbraucher zur Information über die Eigenschaften eines chemischen Produktes in Hinblick auf den sicheren Umgang entlang der Lieferkette.

Vor der Herstellung, dem Import oder dem Vertrieb unserer Produkte prüfen wir länderspezifisch die Vertriebsfähigkeit nach dem dort geltenden Chemikalienrecht. Unsere Stoffe und Produkte registrieren wir gemäß lokal geltenden Anforderungen. Wir beteiligen uns an Stoffbewertungsprogrammen der zuständigen Behörden, indem wir alle zur Verfügung stehenden Informationen liefern und gegebenenfalls auch neue Daten ermitteln.

Über die gesetzlich verpflichtenden Zertifizierungen hinaus lassen wir, abhängig von Kundenwünschen, Produkte auch zusätzlich zertifizieren. So verfügen wir beispielsweise über Zertifikate in den Bereichen Lebensmittel- und Trinkwasserkontakt, Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe oder Öko-Label/EU-Umweltzeichen sowie Zertifikate, die die Konformität mit religiösen Speisegesetzen attestieren.

Die sukzessive weltweite Anbindung des Sicherheitsdatensystems an unser SAP-System soll die Vertriebsfähigkeit und Bereitstellung von Gefahrgutdaten auf einen global einheitlichen Sicherheits- und Technikstandard heben. 2013 wird diesbezüglich China im Fokus unserer Aktivitäten stehen.

Das Sicherheitsdatensystem wird zudem regelmäßig an das Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) in den verschiedenen Ländern angepasst, wenn sich die Gesetze im Gefahrstoffbereich ändern. Das GHS ist ein System unter dem Dach der Vereinten Nationen mit dem Ziel, bestehende Einstufungs- und Kennzeichnungssysteme aus unterschiedlichen Sektoren wie Transport, Verbraucher-, Arbeitnehmer- und Umweltschutz weltweit zu harmonisieren. Zur Umsetzung der weltweiten Initiative GHS in der EU existiert in der europäischen Chemikalienpolitik – neben REACH – die CLP-Verordnung, die von uns fristgerecht umgesetzt wurde (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures – CLP).

Wir befürworten ausdrücklich die Schutzziele der europäischen Chemikalienverordnung REACH: ein hohes Maß an Chemikaliensicherheit für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Fristgerecht haben wir in der ersten REACH-Registrierphase bis zum 30. November 2010 Dossiers für 193 Stoffe, die wir in jährlichen Mengen über 1.000 Tonnen in der EU herstellen oder dorthin importieren, an die zentrale europäische Chemikalienagentur (ECHA) übermittelt. Im Anschluss daran erfolgt nun in der zweiten Phase bis Ende Mai 2013 die Registrierung von rund 200 Stoffen über 100 Tonnen. Zum Abschluss der dritten Registrierfrist Ende Mai 2018 werden schließlich alle Stoffe über einer Tonne registriert sein. Insgesamt rechnen wir mit etwa 750 Stoffdossiers über alle drei Phasen.

Für die Registrierung sichten wir vorhandene Stoffinformationen und schließen eventuelle Datenlücken, indem wir uns mit Wettbewerbern austauschen, Expertenmeinungen einholen oder selbst entsprechende Tests entwickeln. Im Rahmen einer Selbstverpflichtung der deutschen chemischen Industrie zur Erfassung und Bewertung von Stoffen (VCI-Selbstverpflichtung, 1997) ermitteln wir über die gesetzlichen Anforderungen hinaus auch für unsere Zwischenprodukte freiwillig immer einen Grunddatensatz in Anlehnung an Anhang VII der REACH-Verordnung. Im Rahmen der Registrierung werden die Auswirkungen unserer Stoffe auf die menschliche Gesundheit und auf die Umwelt systematisch analysiert und sichere Verwendungsbedingungen beschrieben. Dabei betrachten wir den gesamten Produktlebenszyklus.

Globales Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement

Mit einem globalen Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement stellen wir sicher, dass wir entsprechende gesetzliche Regelungen einhalten und damit Gefährdungen in Gefahrgut- und Transportprozessen vermeiden. Wir koordinieren, überwachen und überprüfen die Umsetzung internationaler, regionaler und lokaler Gefahrgut- bzw. Transportsicherheitsregelungen sowie unternehmensinterner Vorgaben zentral. Unsere Expertise hinsichtlich der weltweit einheitlichen Klassifizierung und Interpretation der Gefahrgutvorschriften unter Berücksichtigung regionaler Vorschriften hilft uns, die Compliance im weltweiten Transport zu gewährleisten. Die Klassifizierung bestimmt unter anderem die Art der Umschließung, die Markierung und Kennzeichnung sowie erlaubte Verkehrsträger und Transportrouten. Die Datenbasis zur Klassifizierung ist im Sicherheitsdatensystem für Chemikalien bei LANXESS hinterlegt. Wir haben unsere vorhandenen Richtlinien zum Gefahrgut- und Transportsicherheitsmanagement 2012 überarbeitet und die internationalen Verantwortlichkeiten konkretisiert.

Lagermanagement

Wir betreiben eigene Lager, beauftragen darüber hinaus aber auch externe Dienstleister mit der Bereitstellung von Lagern. Diese Dienstleister wählen wir in einem spezifizierten Auswahlverfahren unter Berücksichtigung relevanter Gesichtspunkte der Logistik, der Sicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit aus. In Anlehnung an ein entsprechendes Konzept der chemischen Industrie wenden wir ein weltweit einheitliches Lagerkonzept an, mit dem wir den gelagerten Stoffen Rechnung tragen und die Erfordernisse von Brandschutz sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz erfüllen. Dieses haben wir 2012 überarbeitet und berücksichtigen nun verstärkt auch regionale Erfordernisse. Wir achten darauf, dass unsere Vorgaben eingehalten werden und überprüfen regelmäßig die Gegebenheiten vor Ort.

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