Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS bedingt die Auswahl von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Einbeziehung von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen, die sich auf den Wertansatz der aktivierten Vermögenswerte und passivierten Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken können.

Alle getroffenen Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss basieren auf den Erwartungen des Managements. Erkenntnisse, die zu Schätzungsänderungen führen, werden laufend berücksichtigt und können gegebenenfalls zu einer Anpassung der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Nachfolgend werden die Annahmen und Schätzungen erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden im LANXESS Konzern haben können.

Der LANXESS Konzern führt mindestens einmal jährlich für seine zahlungsmittelgenerierenden Einheiten einen Werthaltigkeitstest durch und ermittelt anlassbezogen den erzielbaren Betrag (vgl. Abschnitt „Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen“). Die Ermittlung basiert auf der Prognose zukünftiger Zahlungsströme, die auf vernünftigen und vertretbaren Annahmen aufbaut und die zum Zeitpunkt der Ermittlung die beste vom Management vorgenommene Einschätzung der ökonomischen Rahmenbedingungen repräsentiert. Folglich haben die Erwartungen des Managements über zukünftige Zahlungsströme indirekt Auswirkung auf die Bewertung von Vermögenswerten sowie von Geschäfts- oder Firmenwerten.

Bei der im Geschäftsjahr 2012 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfung von Vermögenswerten können die getroffenen Annahmen und Schätzungen von den tatsächlichen Gegebenheiten in späteren Perioden abweichen, woraus sich ein Wertänderungsbedarf ergeben könnte. Den Werthaltigkeitsprüfungen liegt ein Diskontierungssatz nach Steuern von 7,9 % (Vorjahr: 7,4 %) zugrunde. Wachstumsraten zur Extrapolation des letzten Planungsjahres werden nicht berücksichtigt.

Die Prüfung der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierender Einheiten auf Anhaltspunkte, dass Vermögenswerte wertgemindert sein könnten, führte zu keinen Anzeichen, dass ein Wertberichtigungsbedarf besteht.

Die Prüfung der Werthaltigkeit der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei wurden zum jährlichen Testzeitpunkt die um Währungsumrechnungsdifferenzen fortgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus Vorjahren einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Hierzu gehört insbesondere der in brasilianischen Real geführte Geschäfts- oder Firmenwert der Geschäftseinheit Performance Butadiene Rubbers aus der in 2008 erfolgten Petroflex-Akquisition in Höhe von 95 Mio. € (Vorjahr: 105 Mio. €).

Der im Geschäftsjahr 2012 erworbene Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition der Bond-Laminates GmbH, Brilon (Deutschland), in Höhe von 18 Mio. € wurde der Business Unit High Performance Materials im Segment Performance Polymers zugeordnet und zum Abschlussstichtag auf Werthaltigkeit geprüft.

Weder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 %-Punkt noch eine Verminderung der zukünftigen Zahlungsströme um 10 % hätte zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte geführt.

Auch der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen werden durch die getroffenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Verteilung, den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktor sowie die absolute Höhe des Risikos beeinflusst. Der LANXESS Konzern hat für den Konzernabschluss 2012 eine gemäß IFRS vorgeschriebene Sensitivitätsanalyse für alle Rückstellungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse wurden die möglichen Effekte aus der Variation der verwendeten Parameter ermittelt. Insbesondere wurden die prognostizierte Eintrittswahrscheinlichkeit, der Diskontierungssatz sowie die absolute Höhe des Risikos variiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse verdeutlichten, dass die untersuchten Variationen der oben beschriebenen Annahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der sonstigen Rückstellungen im LANXESS Konzernabschluss haben. Hinsichtlich der Sensitivitätsanalysen in Bezug auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auf die unter Anhangangabe [13] gemachten Anmerkungen verwiesen.

Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Im Berichtsjahr wurde eine Neueinschätzung hinsichtlich der Ableitung für den Pensionszinssatz für das Inland vorgenommen. Der Abschnitt „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ enthält Informationen über die Annahmen bezüglich der Rechnungsparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden (vgl. Anhangangabe [13]).

Des Weiteren ist der LANXESS Konzern von einer Anzahl von Rechtsstreitigkeiten betroffen. Als ein international tätiges Chemieunternehmen ist der LANXESS Konzern im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs behördlichen oder gerichtlichen Verfahren ausgesetzt und könnte es auch in Zukunft sein. Behördliche und gerichtliche Verfahren werfen in der Regel schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen auf und sind Unwägbarkeiten unterworfen. Der Ausgang von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Es können z. B. aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen zusätzliche Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch ausgewiesene Rückstellungen oder entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt sind sowie wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft, die Ertragslage oder die Zahlungsströme des LANXESS Konzerns haben können.

Zudem unterliegen Steuersachverhalte gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch Steuerbehörden. Auch wenn der LANXESS Konzern der Überzeugung ist, Steuersachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können.

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Bewertung von Vorräten sowie die Realisierbarkeit von Steuerforderungen und aktivierten latenten Steuern auf temporäre Buchungsunterschiede und steuerliche Verlustvorträge. Des Weiteren bestehen im Rahmen von Erstkonsolidierungen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.

Bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses sind keine Erkenntnisse bekannt geworden, die zu einer wesentlichen Veränderung der Schätzungen geführt haben.

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