Willkommen beim Lanxess Geschäftsbericht 2012!

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(14) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Im LANXESS Konzern sind zum Bilanzstichtag sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 440 Mio. € (Vorjahr: 446 Mio. €) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 304 Mio. € (Vorjahr: 331 Mio. €) bilanziert. Die Fristigkeiten der sonstigen Rückstellungen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Sonstige Rückstellungen
                 
in Mio. € 31.12.2011 31.12.2012
                 
  bis 1 Jahr 1–5 Jahre über 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr 1–5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
                 
Personalrückstellungen 172 85 30 287 218 82 32 332
Umweltschutzrückstellungen 23 34 77 134 13 18 77 108
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 115 11 126 74 5 79
Rückstellungen für Restrukturierung 23 31 6 60 20 22 3 45
Übrige sonstige Rückstellungen 113 45 12 170 115 55 10 180
  446 206 125 777 440 182 122 744
 

Insgesamt haben sich die sonstigen Rückstellungen im Berichtsjahr von 777 Mio. € auf 744 Mio. € verringert. Dem Anstieg von Personalrückstellungen und übrigen sonstigen Rückstellungen steht gegenläufig ein Rückgang der Rückstellungen für Umweltschutz, Kunden- und Lieferantenverkehr sowie Restrukturierung gegenüber. Im Einzelnen ergibt sich nachfolgende Entwicklung:

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Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2012
               
in Mio. € 01.01.2012 Zuführung Zinseffekt Inanspruchnahme Auflösung Währungsänderungen 31.12.2012
               
Personalrückstellungen 287 211 3 – 143 – 19 – 7 332
Umweltschutzrückstellungen 134 5 3 – 14 – 19 – 1 108
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 126 45 0 – 44 – 47 – 1 79
Rückstellungen für Restrukturierung 60 12 0 – 17 – 10 0 45
Übrige sonstige Rückstellungen 170 81 0 – 16 – 47 – 8 180
  777 354 6 – 234 – 142 – 17 744
 

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.

Mehrjährige Vergütungsprogramme

Anteilsbasierte Vergütung
Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitern der oberen Führungsebenen eine anteilsbasierte Vergütung, die bar ausgezahlt wird. Nachdem ab 2005 im Rahmen des sogenannten Long Term Incentive Plan (LTIP) in zwei aufeinanderfolgenden Vergütungsprogrammen über jeweils drei Jahre Anrechte ausgegeben worden waren, wurde im Geschäftsjahr 2010 mit dem Long Term Stock Performance Plan (LTSP) ein neues Vergütungsprogramm aufgesetzt, aus dem in den Jahren 2010 bis 2013 Anrechte gewährt werden. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme an den Programmen setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus. Die Ausschüttung ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM.

LTIP 2005 – 2007
Stimmen die Performance der Aktie und des Index überein, so werden pro Anrecht 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,025 € bzw. über einen Prozentsatz von 10 % hinaus 0,05 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 1,50 € pro Anrecht ausgeschüttet.

LTIP 2008 – 2010
Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,05 € bzw. über einen Prozentsatz von 5 % hinaus 0,06667 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

LTSP Plan 2010 – 2013
Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

Der Bewertung der Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:

Wesentliche Parameter zum 31.12.
     
in % 2011 2012
     
Erwartete Volatilität der Aktie 41,0 41,0
Erwartete Dividendenzahlung 2,0 2,0
Erwartete Volatilität des Index 23,0 23,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index 81,0 82,0
Risikoloser Zinssatz 0,4 0,0
 

Aufgrund des allgemein gesunkenen Zinsniveaus lag der zu berücksichtigende risikolose Zinssatz im Berichtsjahr bei 0,02 % (Vorjahr: 0,40 %).

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM der letzten drei Jahre.

Informationen zu den offenen Tranchen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

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LTIP und LTSP
               
  LTIP 2005–2007 LTIP 2008–2010 LTIP 2010–2013
               
  Tranche 2007 Tranche 2008 Tranche 2009 Tranche 2010 Tranche 2010 Tranche 2011 Tranche 2012
               
Laufzeit 5 Jahre 6 Jahre 6 Jahre 6 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre
Sperrfrist 3 Jahre 3 Jahre 3 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 31.01.2010 01.02.2013 01.02.2013 01.02.2013 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2017
Basiskurs der LANXESS Aktie 40,79 € 24,03 € 12,86 € 27,28 € 27,28 € 55,60 € 44,54 €
Basiskurs des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM 431,50 Punkte 465,97 Punkte 317,39 Punkte 432,44 Punkte 432,44 Punkte 564,17 Punkte 533,45 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2011 0,04 € 2,00 € 2,00 € 1,20 € 1,04 € 0,27 €
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht zum 31.12.2012 2,00 € 2,00 € 1,81 € 0,55 € 0,71 €
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte              
Ausstehende Anrechte am 01.01.2012 362.205 538.500 11.123.992 12.288.645 10.706.954 11.706.098 0
Gewährte Anrechte 12.631.238
Ausgeübte Anrechte 362.205 538.500 10.976.291
Abgegoltene Anrechte 20.907 207.451 291.553 251.582 146.431
Verwirkte Anrechte 228.732 182.519 241.064 208.741
Ausstehende Anrechte am 31.12.2012 0 0 126.794 11.852.462 10.232.882 11.213.452 12.276.066
 

Zum Jahresende 2012 notierte die LANXESS Aktie bei 66,27 € und der Vergleichsindex bei 662,98 Punkten.

Im Geschäftsjahr 2012 ergab sich ein Nettoaufwand von 27 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €). Während die Ausübungen der Tranche 2007 zu einem Durchschnittswert von 0,53 € erfolgten, wurden die Anrechte der Tranchen 2008 und 2009 zum Maximalwert ausgeübt. Zum 31. Dezember 2012 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 41 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €). Hiervon entfallen 0 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) auf den inneren Wert von zum Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten.

LANXESS Aktienplan

Hierbei handelt es sich um ein Belegschaftsaktienprogramm, in dessen Rahmen Mitarbeiter LANXESS Aktien mit einem Kursabschlag von 50 % je Aktie erwerben konnten. Im Geschäftsjahr 2012 wurde im Rahmen dieses Programms der Erwerb von 165.446 LANXESS Aktien durch Mitarbeiter gefördert (Vorjahr: 118.445 Aktien). Die erworbenen Aktien unterliegen einer dreijährigen Veräußerungssperre. Da die Zuteilung der Aktien an keine weiteren Bedingungen geknüpft ist, wurde der sich aus dem Kursabschlag ergebende Effekt sofort ergebniswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2012 resultierte ein Aufwand von 5 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Die Teilnahme an diesem Programm berechtigt nicht zu entsprechenden Leistungen in der Zukunft.

Rückstellungen für Umweltschutz

Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen seine geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts war oder dort Anlagen betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat. Des Weiteren ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden.

Als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb bei LANXESS nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Hieraus möglicherweise resultierende Ansprüche könnten von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen geltend gemacht werden. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die der LANXESS Konzern von den Unternehmen des Bayer-Konzerns oder Dritten zu Eigentum erworben hat, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.

Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als „Superfund“ bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet.

Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z. B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden.

Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung seiner bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen – auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen – ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen betreffen insbesondere solche für Rabattverpflichtungen, Kundenboni, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

Rückstellungen für Restrukturierung

Die Rückstellungen für Restrukturierung von 45 Mio. € (Vorjahr: 60 Mio. €) zum 31. Dezember 2012 entfallen mit 27 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €) auf Rückstellungen für Abfindungen und sonstige Personalkosten sowie mit 18 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) auf Rückstellungen für Abrisskosten und sonstige Aufwendungen.

Übrige sonstige Rückstellungen

Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für Gewährleistungen und Produkthaftung sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten. Sofern Rückstellungen für Entsorgungsverpflichtungen nicht unter den Rückstellungen für Umweltschutz oder sofern Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten nicht in einer anderen sonstigen Rückstellungskategorie erfasst wurden, werden diese ebenfalls in den übrigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

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